Wahlwerbung an jeder Straßenecke, starke Sprüche und kühle Köpfe allerorten. Einmal ernst, einmal lächelnd - die Parteien sind immer und überall. Wahlkampf ists und so werben die fünf Rathausparteien plus die zusätzlich antretenden "Wahlwerbenden Gruppen" mit Millionenaufwand um die Gunst des Wählers. Die Wahlstrategie der SPÖ Die Wiener SPÖ etwa wird mit 900 24-Bogen-Plakaten und 1.100 Dreiecksständern plus anderer Werbemittel - Folder, Radiowerbung etc. - um die Wählergunst rittern und dabei rund 70 Millionen Schilling investieren. "Wer setzen auf einen konzentrierten Werbeeffekt. Ich hätte aber gerne das doppelte Budget", erklärt Harry Schranz, SP-Werbechef, im Gespräch mit der APA. Die SPÖ wirbt mit Gesichtern aus dem Alltag und einem Spruch - etwa: "Weil ich für Öffis bin, aber nicht gegen Autos". Darüber steht - kleiner gedruckt: "Ich liebe Wien - Ich wähle Häupl." Wobei statt "liebe" ein Herz abgebildet ist, und statt "wähle" das berühmte Kreuzerl im Kreis steht. Wie die ÖVP auf Stimmenfang geht Der bisherige Koalitionspartner ÖVP wirbt mit insgesamt 20 Millionen Schilling. Geplant sind 700 Plakate und 1.100 Dreiecksständer. Die Wiener VP wirbt immer mit Görg-Konterfei, einem Wiener Sujet - etwa dem Riesenrad - und dem Spruch "Görg statt Rot-Grün". FPÖ setzt auf aggressiven Wahlkampf Die FPÖ fährt derzeit eine groß angelegte Teaser-Kampagne, in der vor Rot-Grün gewarnt wird. Etwa: "Rot-Grün: Wien braucht mehr Ausländer." Oder: "Rot-Grün: Parkplätze streichen, Autofahrer behindern". Neben 1.100 Dreiecksständern wirbt die FPÖ derzeit mit 1.200 Plakaten. Grüne setzten auf intelligenten Wahlkampf Revolutionär dagegen die Grünen, die heuer erstmals auf Plakate - außer den 1.100 Dreiecksständern - verzichten. "Unser Budget beträgt zwölf Millionen Schilling und wir setzen derzeit voll auf einen Internet-Wahlkampf", erklärt Grünen-Sprecher Rudi Leo. Erst ab 16. Februar - also in der "heißen" Phase des Wahlkampfes werde es "einige Überraschungen" geben, welche, will man aber noch nicht verraten. Derzeit attackiert man auf der Homepage ( www.gruene.at ) vor allem die FPÖ-Plakate mit ähnlichen Slogans, etwa: "Rot-Grün: Hammelgrillen am Heldenplatz" oder "Rot-Grün: Kopftücher statt Amtskappeln". Das LIF setzt auf altbewährte Methoden Das LIF - hier geht es um das politische Überleben der Partei - wirft mit zehn Millionen Schilling noch einmal alle verfügbaren Finanzmittel in die Schlacht: "Wir werden im März 350 16-Bogen-Plakate affichieren und 1.100 Dreiecksständer aufstellen", sagte LIF-Landesgeschäftsführer Wolfgang Martinek zur APA. Früher waren es bis zu 1.800 Dreiecksständer. Bei den Dreiecksständern haben sich übrigens alle Parteien auf eine Verordnung geeinigt, die pro Partei 1.100 Ständer vorsieht. Bisher hatte jede Partei zwischen 1.500 und mehr als 3.000 Ständer plaziert - auch an nicht kommissionierten Stellen. Allein: Die Verordnung ist noch nicht in Kraft. (APA)