Wien - Die in der Raiffeisen Ware Austria (RWA) zusammengeschlossene Allianz von Lagerhäusern aus Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark sieht sich schärferem wirtschaftlichem Gegenwind ausgesetzt: Auf Grund der schlechten Getreideernte im vergangenen Jahr mussten einzelne Lagerhäuser bis zu 30 Prozent Umsatzeinbußen hinnehmen, die Investitionsbereitschaft der Bauern sinkt, die Fleischkrise habe die Situation in den vergangenen Monaten zusätzlich "dramatisch verschärft", hieß es bei der Vorstellung des neuen Aufsichtsratschefs des 20-Milliarden-Unternehmens, Michael Hülmbauer, am Donnerstag. Rote Zahlen Die Etragslage vieler Lagerhäuser sei äußerst unbefriedigend, gerade die großen Lagerhäuser im ostösterreichischen Getreideanbaugebiet haben massiv mit roten Zahlen zu kämpfen, ließ Hülmbauer durchblicken. Und es gebe "keine Möglichkeit mehr, Genossenschaften, die nachhaltig in die roten Zahlen gelangt sind, etwa über einen Solidarfonds zu helfen", sagte Hülmbauer. Allein um die Marktposition der RWA-Betriebe zu halten, seien mittelfristig Investitionen von 500 Mill. S (36,3 Mill. Euro) notwendig - etwa in den E-Commerce und für Bewältigung der sich erst langsam einstellenden Kosten der Agenda 2000. Mehr als 100 Mill. S wird allein die Tierfutter-Entsorgung der RWA kosten, man gehe aber davon aus, den Betrag "zur Gänze" von der öffentlichen Hand ersetzt zu bekommen, meinte Hülmbauer. Während es bei Gründung der RWA 1993 noch 80 Genossenschaften gegeben hat, waren es per Ende 2000 nur mehr 52, RWA-Vorstandsvorsitzender Karl Nigl kann sich eine weitere Konzentration auf 30 vorstellen. Hülmbauer wollte sich am Donnerstag auf keinen "Zielwert" einlassen. Als Beispiel für mögliche "Synergieeffekte" nannte er die mögliche Fusion dreier Genossenschaften im Waldviertel: Allein diese könne rund 10 Mill. S frei machen, die man auf die Bauern aufteilen könne. Zahlen über das vergangene RWA-Geschäftsjahr wollte Hülmbauer keine nennen. Der Lagerhausverbund erzielte mit 23,4 Mrd. S den gleichen Wert wie im vergangenen Jahr. Das konsolidierte Konzern-EGT sei 2000 trotz aller Erschwernisse jedenfalls im "schwarzen Bereich" geblieben, ließ Hülmbauer durchblicken. Laut BayWa, dem Hälfteeigentümer, ist der RWA-Umsatz vor allem wegen der hohen Umsatzsteigerungen der Treibstofftochter Genol, auf umgerechnet knapp 22 Mrd. S gestiegen. (APA)