Jerusalem - Der Sieger der israelischen Ministerpräsidentenwahl, Likud-Chef Ariel Sharon, hat ein erstes Telefongespräch mit dem palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat geführt. Nach Angaben von Mitarbeitern Sharons vom Freitag verlief das Telefonat in einer "sehr guten Atmopshäre". Auf den von Arafat geäußerten Wunsch, die Friedensverhandlungen rasch wieder aufzunehmen, habe Sharon erwidert, zuerst müsse ein Ende der Gewalt erreicht werden. Sharon hatte bei früheren Anlässen öffentlich sein Bedauern darüber ausgedrückt, dass die "großen Anstrengungen", die von Israel einstmals unternommen worden seien, um Arafat physisch zu beseitigen, nicht zum Erfolg geführt hätten. Glückwünsche zum Wahlsieg Wie aus Sharons Umgebung verlautete, gratulierte Arafat dem Likud-Vorsitzenden zum überwältigenden Wahlsieg und hob zugleich das Interesse der palästinensischen Führung an der baldigen Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen hervor. Sharon habe erwidert, er wolle alles tun, um dazu beizutragen, unschuldigen Zivilpersonen zu helfen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, der Gewalt Einhalt zu bieten. Arafat hatte im Jänner erklärt, ein Sieg des Likud-Chefs wäre eine "echte Katastrophe". Sharon habe große Probleme mit ihm, seit er 1982 der israelischen Armee bei der Belagerung Beiruts entkommen sei. Der Likud-Chef hatte mit seinem von den Palästinensern als Provokation empfundenen Besuch auf dem Jerusalemer Tempelberg Ende September die blutigen Unruhen ausgelöst. Sharons Pläne sehen einen entmilitarisierten Mini-Staat der Palästinenser aus mehreren nicht zusammenhängenden Gebietsteilen auf lediglich 42 Prozent der Fläche des Westjordanlandes vor. Nach Sharons Vorstellungen muss der Zugang zu den jüdischen Siedlungen im Westjordanland weiter unter dem Schutz der israelischen Armee stehen. (APA/Reuters)