Quito - Dreieinhalb Wochen nach dem Ölunglück vor den Galapagosinseln haben die Behörden die Strände wieder für die auf den Inseln lebenden einzigartigen Tierarten freigegeben. Meerechsen, Riesenschildkröten, Seelöwen und andere Tiere, die nach der Havarie des Tankschiffes "Jessica" am 16. Jänner in Sicherheit gebracht worden waren, können wieder in ihren angestammten Lebensraum zurückkehren. Zwar würden noch immer kleinere Ölklumpen zwischen den 13 größeren und 40 kleineren Inseln im Pazifik gesichtet, aber sie stellen keine Gefahr für die Umwelt dar, teilte die Verwaltung des Nationalparkes am Freitag mit. Unterdessen lag die "Jessica", aus der die gesamte Ladung von 900.000 Litern Treibstoffen ausgelaufen war, weiter auf einer Sandbank vor der Insel San Cristobal fest. Es galt als wahrscheinlich, dass das Wrack dort auf Dauer belassen wird. Alle Versuche, es freizuschleppen, waren gescheitert. Die Öl-Pest hatte nach einer vorläufigen Einschätzung keine bleibenden Schäden an dem einzigartigen Ökosystem angerichtet. Es sei als "mittelschweres Unglück" einzuschätzen, meinten Experten des Nationalparks Galapagos. Der größte Teil des Öls wurde von günstigen Winden weitgehend von den Küsten der Inseln fern gehalten. Der Kapitän des Schiffes, Tarquino Arevalo, wartete weiter in Untersuchungshaft auf seinen Prozess. Die Galapagos-Inseln wurden 1535 von den Spaniern entdeckt und 1832 von Ecuador in Besitz genommen. Wegen der langen Abgeschiedenheit entwickelten sich dort zahlreiche einzigartige Tierarten. Der britische Naturforscher Charles Darwin hatte hier 1835 wesentliche Anregungen für seine Abstammungslehre erhalten. (APA/dpa)