Die Marketing-Chefin von Microsoft in Großbritannien, Anne Marie Duffy, schoß gegenüber ZDNet scharf gegen das Hamburger Unternehmen Star Division. Dessen Office-Paket "Star Office" sei zwar kostenlos, doch die Kunden würden dafür "mit Systemabstürzen und anderen Unzuverlässigkeiten bezahlen". Genauso instabil wie Star Office sei das kostenlose Betriebssystem Linux: "Bei Microsoft haben wir etwa drei Milliarden Dollar allein für die Entwicklung unserer Betriebssysteme ausgegeben. Sie wurden unter allen Bedingungen getestet. Meine Befürchtung ist es, daß bei Linux so viele Programmierer mitgearbeitet haben, daß Kunden nicht sicher sein können, ein funktionsfähiges Produkt zu erhalten". Reaktionen Die Aussagen riefen umgehend Reaktionen bei Linux- Distributoren und natürlich Star Division hervor. Der Leiter Produktmarketings des Hamburger Unternehmens, Götz Wohlberg, sagte ZDNet: "Unser Produkt wurde unter genauso professionellen Gesichtspunkten entwickelt und getestet wie vergleichbare Produkte bei Microsoft. Außerdem ist ja nur unser Office-Paket für den nicht-professionellen- Einsatz umsonst". Wohlberg unterstrich, daß die Profi- Edition von Star Office der Konkurrenz aus Redmond in keiner Weise unterlegen sei: "Wir haben Kunden, die sind extra zu Star Office gewechselt, weil sie Stabilität und Zuverläßlichkeit wünschen". Der Chef der US-Firma Penguin Computing, Andy Kaufman, erwiderte auf die Ausführungen von Duffy leicht amüsiert: "Das ist doch Blödsinn. Unsere Kunden setzen Linux gerade da ein, wo sie mit unternehmenskritischen Daten hantieren. Neben dem Preisvorteil (gegenüber Microsoft-Produkten / Anm. d. Red.) nutzen sie Linux gerade wegen der Verläßlichkeit des Systems." Im Mai diesen Jahres hatte der Chef des Hamburger Software-Anbieters Star Division, Marco Börries, in München die Version 5.1 seines Büropakets vorgestellt. Die Vollversion der "Personal Edition" kann kostenlos von der Website des Unternehmens (www.stardivision.de) heruntergeladen werden. Star Office 5.1 läuft auf den Plattformen Windows 95/98/NT, OS/2, Linux und Sun Solaris. (ZDNET)