Klagenfurt/Salzburg - Walter Maria Stojan, der designierte und von Landeshauptmann Jörg Haider wieder abgesetzte Kärntner Kulturamtsleiter, hat ein Stück über den Exchef der Freiheitlichen geschrieben. Der 50-minütige Monolog mit dem Titel Mein Haider und ich - vom Krampus zum Faschingsnarren soll kommenden Mittwoch im Theater Toihaus am Salzburger Mirabellplatz uraufgeführt werden. Darsteller ist Walter Maria Stojan, der als Knecht Ruprecht im steirischen Outfit und Haider in Personalunion auftritt. Gegenüber dem S TANDARD lüftet Stojan bereits jetzt das Geheimnis: "Ich erzähle darin die Geschichte vom Sturz des Engels Jörg, der kein Engel sein will - und daher vom Himmel fällt und sich auf Erden in einen Krampus verwandelt. Dort verbreitet er Angst und Schrecken. Aber da es ja auch einen Nikolaus gibt, das ist in meinem Stück die Bundesregierung, kann ja eigentlich nichts passieren. Die Angst verfliegt, weil der Fasching kommt, und der Krampus Jörg wird zum Faschingsnarren, den alle mögen." Autor Stojan über seine Beweggründe: "Mir geht es darum, Haider mit den Mitteln der Ironie und Satire zu demaskieren. In Kärnten fürchten sich alle vor Haider, und den Österreichern ist wegen ihm das Lachen vergangen. Das sollen sie in meinem Stück wieder ausgiebig tun, so wie ich, trotz meiner Erfahrungen mit ihm in Kärnten." Stojans überraschender Rücktritt vor seinem Amtsantritt wurde bekanntlich einseitig von Kulturreferent Haider verkündet. Der frühere Sekretär von Ex-ÖVP-Außenminister Alois Mock ging daraufhin mit Details über seine "geschobene Objektivierung" an die Öffentlichkeit. Haider und die FPÖ versuchten danach, Stojan als psychisch krank hinzustellen. Bisheriger Höhepunkt der Affäre: Der unliebsam Gewordene landete, von zwei Polizisten eskortiert, wegen angeblicher Suizidgefahr sogar kurzfristig in der Psychiatrie des Landeskrankenhauses Klagenfurt. Theaterleiterin Myrto Dimitiradou hofft auf regen Publikumsandrang: "Wir haben auch den Kärntner Landeshauptmann eingeladen. Herr Stojan ist ein begabter Autor. Er hat schon einmal einen Sketch für uns geschrieben, der das Publikum begeistert hat." Angst vor Repressalien kennt die junge aufmüpfige Theatertruppe nicht, deren Motto lautet: "In Gefahr und großer Not, ist der Mittelweg der Tod." (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10./11. 2. 2001)