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KLagenfurt - Die SPÖ-Kärnten fordert die Erhaltung der Strukturen und der Infrastruktur im ländlichen Raum. Insbesondere spricht sich Landesvorsitzender LHStv. Peter Ambrozy gegen die geplante Schließung von Schulen aus. Er verlangt daher, binnen zwei Wochen einen Krisengipfel mit allen Betroffenen einzuberufen. Bei einem Pressegespräch am Samstag in Klagenfurt listete Ambrozy die vielen Zentralisierungstendenzen zu Lasten des ländlichen Raumes auf. Er sprach neben der Schließung bzw. Zusammenlegung von Volks- und Hauptschulen von der Schließung von Gendarmerieposten und Postämtern sowie der Auflassung von Verkehrsverbindungen. "Diese Tendenzen machen uns große Sorgen", sagte Ambrozy. Denn dadurch würden auch hochwertige Arbeitsplätze verloren gehen. "Widerstandslose Exekution" Dem Landeshauptmann Jörg Haider (F) warf der SP-Chef vor, von der Erhaltung der Schulstandorte zu sprechen, andererseits aber "im Geheimen" Schließungspläne umsetzen zu lassen. "Haider lässt die Vorgaben der Bundesregierung widerstandlos exekutiven", kritisierte Ambrozy. SP-Schulsprecherin Abg. Nicole Cernic verwies auf ein Papier der Schulabteilung des Landes, wonach elf Haupt- und 59 Volksschulen geschlossen werden sollen. Der in diesem Papier angestellten Vergleich mit Salzburg sei "unzulässig, weil es in Salzburg kein Minderheitenschulwesen gibt". Kritik übte Cernic an der Vorgangsweise Haiders, der als Schulreferent den Ball an die Gemeinden weitergebe und indirekt drohe, dass es Schließungen "von Amtswegen" gibt, sollten die Gemeinden als Schulerhalter nicht von sich aus tätig werden. Für den Vizepräsidenten des Landesschulrates, Peter Altersberger, steht der ländliche Raum vor einer "bildungspolitischen Katastrophe". Die beabsichtigte Schließung von 70 Schulen sei nur ein erster Schritt, denn es sei zu befürchten, dass weitere 30 folgen werden. Er verwies auch darauf, dass das Schließungskonzept zu Lasten von alleinerziehenden Frauen gehe. Ambrozy appelliert an die Gemeinden, dem Beispiel von Paternion zu folgen, und geplante Schulschließungen abzulehnen. Er verwies darauf, dass vom Gesetz her die Schließung in erster Linie der Schulerhalter vorzunehmen habe ("Dafür bestehen klare Vorgaben"). Allerdings sei es auch möglich, dass das Land als Schulaufsicht über den Stellenplan indirekt Schließungen vornimmt. (APA)