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Foto: Reuters/BEAWIHARTA
Jakarta - Die indonesische Insel Java ist fast gleichzeitig von einem Vulkanausbruch und schweren Überflutungen mit Dutzenden Toten heimgesucht worden. Eine heftige Eruption des Vulkans Merapi ließ am Samstag rund 12.000 Einwohner in Panik die Flucht ergreifen. Nach tagelangen Regenfällen rissen Erdrutsche und Überschwemmungen mindestens 45 Menschen in den Tod. Die meisten Flutopfer habe es im westlichen Bezirk Lebak gegeben, wo Schlammlawinen 29 Dorfbewohner begraben hätten, berichtete die staatliche indonesische Nachrichtenagentur Antara am Samstag. Nach Behördenangaben wurden in Folge der schweren Niederschläge etwa 6.000 Familien auf der zentralindonesischen Insel obdachlos. Zudem hätten die Fluten mehrere tausend Hektar Ackerland zerstört. Stellenweise war es auch in der Hauptstadt Jakarta zu Überschwemmungen gekommen. 5.000 Meter Höhe schwarzer Rauch. Über dem Merapi stand nach Angaben der Vulkanwarte in Yogjakarta am Samstag bis in 5.000 Meter Höhe schwarzer Rauch. Aus dem Krater ergoss sich ein fast sieben Kilometer langer Lavastrom. Ascheregen ging noch in 55 Kilometern Entfernung nieder. Die Behörden riefen die höchste Alarmstufe aus. Alle Bewohner im Umkreis von acht Kilometern rund um den 2.911 Meter hohen Vulkan mussten ihre Häuser verlassen. Die Menschen fanden vorerst Zuflucht in Büros der Regionalverwaltung. Über Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Der Merapi nördlich der historischen Stadt Yogjakarta war zuletzt Mitte Jänner ausgebrochen und seitdem nicht mehr komplett zur Ruhe gekommen. Er zählt zu den aktivsten Vulkanen auf Java. 1994 waren bei einem Ausbruch 69 Menschen getötet worden, weil sie eine Anordnung zur Räumung ihrer Häuser ignoriert hatten. Dem Vulkan werden von den Einwohnern übernatürliche Kräfte zugeschrieben. Für Touristen ist der Gunung Merapi (Feuerberg) vor allem ein beliebtes Kletterziel. (APA/dpa)