Wien - SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer fordert als Maßnahme zur Sanierung der Krankenkassen eine Senkung der Arzneipreise. In der "Kronen Zeitung" (Montag-Ausgabe) erklärt Gusenbauer ferner, er sei gegen eine zuletzt auch innerhalb der Koalition als letzte Möglichkeit andiskutierte Erhöhung der Krankenkassenbeiträge. Insgesamt kann sich Gusenbauer eine Reduktion des Defizits um drei Milliarden Schilling vorstellen. So müsse man bei den Aufschlägen im Großhandel und den Apotheken etwas ändern, weil hier die Preise über dem EU-Schnitt liegen. Der SPÖ-Chef forderte Sozialminister Herbert Haupt (F) auf, eine Höchstspanne per Verordnung bei den Arzneipreisen vorzuschreiben. Dies würde eine Milliarde an Einsparung bringen. Der Direkteinkauf von Hausapotheken beim Großhandel würde weitere 150 Millionen bringen. Direktabgabe von Medikamenten in Spitalsambulanzen an Patienten brächte 100 Millionen und der Direkteinkauf der Sozialversicherung von Medikamenten für chronisch Kranke werde mit 500 Millionen Schilling Einsparung veranschlagt. Außerdem müssten preisgünstige Medikamente mit gleicher Wirkung wie Hochpreis-Medikamente zugelassen werden. Darüber hinaus will Gusenbauer eine stärkere Einbindung von Spitals- und niedergelassenen Ärzten in die wirtschaftliche Verantwortung für das Verschreiben von Medikamenten. Waneck gegen Beitragserhöhungen Gesundheits-Staatssekretär Reinhart Waneck hat in der "Presse" seine Ablehnung gegenüber Beitragserhöhungen zur Krankenkassen-Sanierung bekräftigt. Eine Anhebung der Beiträge sei nicht notwendig. Mit der Umsetzung der von der Regierung schon initiierten Maßnahmen - Einsparen in der Verwaltung, Einbremsen der Medikamentenkosten, zusätzliche Einnahmen durch höhere Rezeptgebühr und neue Ambulanzgebühr - müssten die Kassen "das Auslangen finden", so Waneck. Der Staatssekretär befürwortet ebenso wie Sozialminister Herbert Haupt (F) Änderungen beim sogenannten Ausgleichssystem der Krankenkassen. Jene Sozialversicherungsanstalten, die beispielsweise auf Grund des Lohnniveaus "automatisch" Vorteile bei den Einnahmen haben, sollen mehr in dieses Ausgleichssystem einzahlen. FP-Vize Hubert Gorbach ist jedoch dagegen, dass "gesunde" für defizitäre Krankenkassen mitzahlen sollen. (APA)