Brüssel - Feldhamster, Kammmolche, Otter und Fledermausarten in Deutschland und Großbritannien haben Rückenschutz von der EU-Kommission erhalten: Beide Länder müssen mit einer Klage der EU-Behörde rechnen, falls sie nichts zum Schutz der "Fortpflanzungs- und Ruhestätten" dieser bedrohten Tierarten unternehmen. Am Montag hat die EU-Kommission beschlossen, den zweiten Schritt des dreistufigen Vertragsverletzungsverfahrens gegen Berlin und London einzuleiten, wie aus einer Presseaussendung hervorgeht. Das Überleben der Feldhamster an der deutsch-belgischen Grenze bei Aachen sei durch intensive Landwirtschaft und die Entstehung eines grenzüberschreitenden Gewerbegebiets bedroht, stellt die EU-Kommission fest. Damit verstoße Deutschland gegen die EU-Richtlinie über den Schutz der Lebensräume gefährdeter Tierarten wie dem Hamster Cricetus cricetus. Der Bestand sei in ganz Mitteleuropa wegen der intensiven Landwirtschaft massiv zurückgegangen. Eine Beschädigung oder Vernichtung der Lebensräume ist nur in Ausnahmefällen erlaubt, falls "triftige Gründe" dafür angeführt werden können. London muss gegenüber der EU-Kommission nachweisen, dass es Genehmigungen für Bau- oder Infrastrukturprojekte nicht vor einer "eingehenden Abwägung der Vor- und Nachteile" der Schädigung eines solchen Schutzgebietes erteilt. Ein Verfahren zum Schutz der Habitate von Feldhamstern ist bereits gegen die Niederlande anhängig, Griechenland muss sich wegen ungenügendem Schutz der Meeresschildkröten vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg verantworten. (APA)