Einigen Teilnehmern wird die Präsentation des Buches "Die Holocaust-Industrie" nicht nur aufgrund der umstrittenen Thesen des Politologen Norman Finkelstein in Erinnerung bleiben. Schälte sich doch unmittelbar nach Ende der Veranstaltung in Wien FPÖ-Generalsekretär Peter Sichrovsky aus der Menge und drückte dem sichtbar verdutzten Autor die Hand. Auf die Frage nach dem Grund dieses Handschlags gab Sichrovsky an, er habe zum selben Zeitpunkt wie Finkelstein im Verlag des US-Autors, dem Münchner Piper-Verlag, einen Buchbeitrag veröffentlicht. Der Handschlag sei sozusagen als eine freundschaftliche Geste unter Verlagskollegen zu sehen. Wie denn sein Buch heiße? "Das weiß ich jetzt nicht", lautete die prägnant-kurze Antwort. Und damit verschwand Sichrovsky in der sich auflösenden Menge. derStandard.at hat am Freitag über diese Episode berichtet. Eine schaler Nachgeschmack angesichts der Vergesslichkeit des FP-Literaten blieb. Ein deutliches Dementi des Piper-Verlags folgte. Die Presseleitung des Verlags hielt am Montag fest, dass der Münchner Verlag kein Buch von Peter Sichrovsky im Programm habe. Ebenso wenig plane er für die Zukunft eine Zusammenarbeit mit ihm". Zwar habe Sichrovsky eine Biographie Jörg Haiders angeboten, "wir haben das aber sofort abgelehnt", so Eva Brenndörfer vom Piper-Verlag. Eine Online-Recherche untermauert die Gegendarstellung des Verlags. Im "Verzeichnis lieferbarer Bücher" (www.vlb.de), der Bestell-Datenbank des deutschsprachigen Buchhandel, liegt die letzte Veröffentlichtung Sichrovskys zwei Jahre zurück. Keines seiner Bücher wurde bei Piper verlegt. (sts)