Wien - Der Tee- und Kaffeespezialist Karl Heissenberger hat dem Haas-Haus Lebewohl gesagt und ist ein paar Ecken weiter gezogen. Am Kohlmarkt 11 eröffnet er Ende März auf 74 Quadratmetern sein neues Geschäft.

Damit wandert der renommierte Kaffeehändler vom leeren Haas-Haus, das sich in Wien nicht durchsetzen konnte - und in dem die spanische Textilkette Zara in den nächsten Monaten einen viergeschoßigen Flagship-Store eröffnen will -, an Wiens tatsächlich erste Adresse: In den vergangenen Monaten und Jahren haben sich am Kohlmarkt durchwegs schicke internationale Marken - etwa Gucci und Chanel - angesiedelt. Und Heissenberger wird nicht der letzte elegante Händler am Platz sein: Sowohl Louis Vuitton als auch Cartier errichten ihre Wien-Dependancen in der Nachbarschaft.

Geplant wird die Kaffeehandlung in der ehemaligen Demel-Dependance im so genannten "Großen Michaelerhaus" aus dem Jahr 1710 vom renommierten Architektenpaar Michael Szyszkowitz/ Karla Kowalski. Der Barockfassade des Hauses, in dem auch Joseph Haydn gewohnt haben soll, setzen die beiden eine unverhohlen zeitgenössische Gestaltung entgegen. Im Inneren soll durch viel Licht, Glas und Edelstahl "eine offene und kosmopolitische Atmosphäre" erzeugt werden. Edle Materialien in Grau- und Schwarztönen dominieren.

Überraschen will Heissenberger seine Klientel auch mit einer Tea-and-Coffee-Bar, in der 400 Tee- und 40 Kaffeesorten angeboten werden. Vom "Green Mountain" aus Nordvietnam bis zum "Snow Young" aus Tibet - um rund 2000 Schilling für 30 Gramm. Bei den Kaffeesorten zählen Bohnen aus Hawaii und Jamaika zu den Spezialitäten - um 480 beziehungsweise 440 S für 250 Gramm.

"Wie beim Wein erfordert auch der Umgang vor allem mit Tee Respekt", sagt Heissenberger. Um den zu lehren, will er wöchentlich Tee- und Kaffeeseminare abhalten.

Begonnen hatte Heissenberger seine Karriere in Graz. 1981 eröffnete er sein erstes Geschäft. Mittlerweile hat er sein Imperium auf Klagenfurt, Salzburg und Wien ausgedehnt, seit kurzem gibt es Heissenberger auch in Riad (Saudi-Arabien), Niederlassungen in Nordeuropa sollen folgen. (lei/rott, DER STANDARD Print-Ausgabe 13. Februar 2001)