Ein neues E-Mail-Virus mit einem angeblichen Anhang des Fotos von Tennisstar Anna Kournikova (andere Transkription: Kournikova) hat eine E-Mail-Flut ausgelöst. Beim Öffnen des Anhangs mit dem Namen "AnnaKournikova.jpg.vbs" schmuggelt sich das Virus in das Adressbuch des Microsoft-Mail-Programms Outlook ein und verbreitet sich im Schneeballsystem, sagte ein Sprecher von Microsoft in München am Dienstag. "Hi: Check This!" In Deutschland sei der so genannte Computerwurm mit der Betreffzeile "Here you have ;-)" und "Hi: Check This!" ebenfalls bei Microsoft-Kunden aufgelaufen. Allerdings ist er nach Aussagen des Sprechers von Microsoft, Tomas Jensen, längst nicht so zerstörerisch wie das "I love you"- Virus. Dieses hatte im Mai 2000 weltweit einen Schaden von bis zu 5,11 Milliarden Euro (70,4 Milliarden Schilling) verursacht. Beim Kournikova-Virus drohe hingegen kein Datenverlust. "Lauffeuer" Um ein Verstopfen der E-Mail-Systeme zu verhindern, müsse die Verbreitung dieses Wurmes schnell gestoppt werden, sagte EDV- Sicherheitsexperte Christoph Fischer vom Virentestcentrum in Karlsruhe. Mit klassischen Anti-Viren-Mechanismen dauerten bei einem solchen "Lauffeuer" die Löscharbeiten zu lange. Bisher hätten sich aber zu wenig Firmen mit entsprechenden Notmechanismen, die in solchen Fällen beispielsweise nur E-Mails ohne Anhang durchlassen, versorgt. Dabei sei ein Ausfall der E-Mail-Systeme für einige Unternehmen schlimmer als eine Telefonstörung. Hersteller reagieren Unternehmen wie H+BEDV Datentechnik, McAfee AVERT und Symantec haben bereits in der Nacht auf Dienstag spezielle Anti-Viren-Software auf ihre Webseiten gestellt, die sich Kunden herunterladen können. Mit der aktuellsten Anti-Viren-Version für Windows 2000 sind Nutzer Microsoft zufolge vor dem Wurm weitgehend geschützt. Selbst wenn sie das Attachment anklickten, erhielten sie einen Warnhinweis. Mehrere Male auch in Österreich aufgetaucht In Österreich ist der Virus am Dienstag bei der APA-Austria Presse Agentur mehrere Male aufgetaucht. Wieviele Computerbenutzer hier zu Lande von dem Virus betroffen sind, ist nicht zu sagen. Befallen wurde unter anderem das Parlament, welches den Wurm aber innerhalb "einer Viertel Stunde Analysezeit", so die EDV-Abteilung, unschädlich machen konnte. Nachahmer Experten befürchten nun, dass der an und für sich relativ harmlose Virus Nachahmer finden könnte. "Das Tool namens vbswg, Version 1.5 beta, mit dem der Virus erzeugt wurde, ist frei im Internet downladbar. Der Verssender des Anna-Viruses hat nicht einmal die Standard-Einstellungen verändert", so Josef Tesar vom Virenschützer ikarus http://www.ikarus.at im Gespräch mit pressetext.austria. Der nächste Virus werde sicher schlimmer.(APA/Reuters/AP/pte)