Cape Canaveral - Spaziergänge im Weltraum scheinen zu beflügeln, auch wenn es eigentlich Schwerstarbeit ist: Bei ihrem zweiten, sieben Stunden dauernden Außeneinsatz haben die Astronauten, die das Labormodul Destiny zur Weltraumstation ISS brachten, am Montag bereits mehr Aufgaben erledigt als vorgesehen. Tom Jones und Robert Curbeam etwa isolierten die Stifte, mit denen die Destiny beim Start am Shuttle befestigt war. Sie brachten ein Ventil am Belüftungssystem an, verlegten an der Außenseite des Labors Drähte, Handläufe und Halterungen für künftige Space-Walker. Gleichzeitig montierten sie eine Basis für den künftigen Roboterarm der ISS und entfernten die Schutzabdeckung von einem Fenster, das der Crew die bisher beste Aussicht bietet. Astronautin Marsha Ivins wiederum montierte an der Rückseite des Labors mithilfe eines Roboterarms eine Andock-Schleuse für künftige Raumfähren. Dieser Weltraumspaziergang war bereits der 99. von US-Astronauten. Der für Mittwoch geplante Ausstieg wird damit der 100. sein. Das 1,4 Mrd. $ (1,50 Mrd. EURO/ 20,7 Mrd. S) teure Forschungsmodul war letzten Freitag bei der Weltraumstation angelangt. Der Langzeitbesatzung - US-Kommandant Shepherd, den Russen Gidsenko und Krikaljow - bringt es einige Erleichterungen, etwa einen vierten Raum (noch ohne Laborgeräte) und eine bessere Kommunikation mit der Bodenstation. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14. 2. 2001).