Für unendliche Weiten braucht man kein Weltall - zahlreiche Wiener Altbauten beherbergen Zimmerfluchten, deren Tiefe sich erst beim Marsch von Raum zu Raum erschließt. Ein solches urbanes schwarzes Loch befindet sich im zweiten Stock des Hauses Zollergasse 13 - und weil kein Künstler seine Arbeit zum Mond schießt (das Publikum dort soll langweilig sein), entstand Montagabend hier eine kleine Galaxie junger zeitgenössischer Kunst: Auf Einladung von ORF-Kunststücke-Chefin Andrea Schurian wurden 15 Projekte in der Wohnung realisiert. Motto: "Visionen zum Jahr 2068" - als Ideenspiel aus dem Entstehungsjahr (1968) von Stanley Kubricks "2001 - Odyssee im Weltall", der aktuellen Jahreszahl und dem Blick nach vorne. Die Arbeiten? Teils aufregend, teils lustig, teils banal - aber auf alle Fälle sehenswert. Bis Ende Februar. (rott/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14. 2. 2001)