Überraschend lädt der Privatsender ATV für Freitagnachmittag zu einer Pressekonferenz ein. Das Thema: "Neue Gesellschafterstruktur". Direkt davor ist eine Gesellschafterversammlung angesetzt, zu der bemerkenswerterweise neben dem Hauptgesellschafter Herbert Kloiber auch der Chef des internationalen Kabelriesen UPC, Mark Schneider, persönlich erwartet wird. Der aus Österreich stammende und in München tätige Filmhändler und Medienunternehmer Kloiber hält direkt 26 Prozent an ATV und weitere 14 Prozent über eine Stiftung, was ihm regelmäßige Kritik der Privatrundfunkbehörde einbrachte. Medienunternehmer dürfen an TV-Stationen bisher nur 26 Prozent halten. Kloiber war Dienstag für eine Stellungnahme ebenso wenig zu erreichen wie Vertreter der UPC in Wien. Bei ATV hieß es lapidar, es gehe um die Zukunft des Senders - mit Blick auf eine terrestrische Sendefrequenz für den bisher nur im Kabel zu empfangenden Sender. Um das passende Frequenzgutachten, vom Staatssekretär für Medien bei der deutschen Firma L&S in Auftrag gegeben und für Anfang März erwartet, rangelte derweil die Politik. SP-Mediensprecher Josef Cap forderte das Gutachten rascher ein. Und zugleich, dass die dritte noch freie Fernsehfrequenzkette doch gleich digital zu vergeben sei. Was - weil noch kein Haushalt die zum Digitalempfang nötigen Decoder hat - die Überlebenschancen von ATV weiter minderte. Auch mangels technischer Reichweite kam der Sender im Vorjahr laut Focus nur auf knapp 30 Millionen Schilling Werbeumsatz. Von Cap kritisierte Verzögerungen bei dem TV-Gutachten führten die Regierungsparteien auf den ORF zurück, der sechs Wochen für die Beantwortung einer L&S-Anfrage gebraucht habe. Was wiederum der Küniglberg umgehend zurückwies. (fid)