Wien - Elektronische Vernetzung und elektronischer Geschäftsverkehr haben für die österreichischen Unternehmen immer größere Bedeutung. Eine neue Studie der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) über die elektronische Vernetzung österreichischer Unternehmen, die am Freitag vorgestellt wurde, ergab, dass 42,7 Prozent der 1.166 befragten Betriebe über Internet- und/oder E-Mail-Anschluss verfügen. Rund ein Drittel der Unternehmen nutzt die neuen Medien intensiv, ein weiteres Drittel erst in mittelmäßigem Ausmaß. Die Anwendungsbereiche gehen weit über die reine Informationsbeschaffung hinaus." Fax führt Erstmals wurde der Stand, die Intensität und Art der Nutzung sowie die Einschätzung der elektronischen Vernetzung für die Marktposition unter Österreichs Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft erhoben. Dabei sind Mobilkommunikation und Fax mit 83,4 bzw. 82,5 Prozent unter den Betrieben am stärksten verbreitet. Damit sei unter den repräsentativen Unternehmen schon eine Volldeckung erreicht. Internet und E-Mail sind mit 43 Prozent klar etabliert. Über 90 Prozent der befragten Firmen halten ihre technische Aussattung für ausreichend. Friedrich Bock, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Informationsgesellschaft der WKÖ, erklärte in einer Pressekonferenz, dass die Internet-Recherche (Suche nach Produktinformationen, Telefonnummern, Adressen, Homepages anderer Unternehmen) mit 78,6 Prozent noch an erster Stelle bei der "qualitativen Nutzung bei der elektronischen Geschäftsabwicklung" (E-Commerce) liege, sich aber eine Trendwende bereits abzeichne: Für 76,8 Prozent der Betriebe sei bereits die interaktive Kommunikation (E-Mail) wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie. Als besonders wünschenswert erachten laut Umfrage mehr als die Hälfte der Unternehmen eine elektronische Anbindung an öffentliche Stellen. "68,3 Prozent wollen mit den Finanzämtern auf elektronischem Wege verfahren, 56,2 Prozent mit dem Amt der Landesregierung sowie ebenfalls über 50 Prozent mit ihrer Bezirksbehörde und Gemeinde", führte Bock an. Eingeschränkten Amtsstunden könnte auf diese Weise ausgewichen und die Abwicklung von Verfahren mit den Behörden durch raschere und weniger fehleranfällige Kommunikation deutlich verbessert werden. Vernetzungen Klar hervor geht aus der Umfrage, dass die elektronische Vernetzung für die Marktposition eines Betriebes eine bedeutende Rolle spielt, und zwar mit stark steigender Tendenz. Für Werner Teufelsbauer, Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung der WKÖ, wird die Infrastruktur für die elektronische Abwicklung des Geschäfts und die Vernetzung der Unternehmen mit Kunden, Lieferanten und der öffentlichen Verwaltung immer wichtiger. Gerade auf dem "Globalen Markt" sei es wichtig Schritt zu halten. Das Faktum, dass bereits fast jedes zweite Unternehmen E-Mail und Internet benutzt, bezeichnete Teufelsbauer als "Quantensprung". Die Elektronische Geschäftsabwicklung werde die treibende Kraft sein und zugleich eine Fülle neuer Geschäftsfelder erschließen. Noch sei es hierzulande aber nicht ganz so weit. Es fehle vor allem an Investitionen in die Infrastruktur und qualifizierte Mitarbeiter. Weiters müssen die Abläufe im Unternehmen zur elektronischen Unterstützung des Geschäfts noch besser abgestimmt werden. Im Business-to-Business Bereich, also zwischen den Unternehmen, sei das Internet ohnehin nicht mehr wegzudenken. Elektronische Bestellung, Verteilung und Abrechnung seien gang und gebe. "Online-Handel ist ein wichtiger Vertriebskanal, nun gilt es die österreichischen Unternehmen fit zu machen", so Teufelsbauer. Teufelsbauer wies auch darauf hin, dass jene rund 920.000 Österreicher über 14 Jahre, die laut Austrian Internet Monitor Zugang zum Internet haben, zum erheblichen Teil in der Privatwirtschaft tätig sind. "Wenn die Nutzung elektronischer Netze den Unternehmen hilft, schneller, kostengünstiger, innovativer und zuverlässiger zu sein, ist das ein direkter Beitrag zur Sicherung der Arbeitsplätze in Österreich", so Teufelsbauer. (APA)