Belgrad - Nach den Worten des jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica ist ein Gesetz in Vorbereitung, das unter Umständen die Auslieferung des früheren Machthabers Slobodan Milosevic an das Haager Kriegsverbrechertribunal gestattet. Das Gesetz werde sich auch mit dieser Frage befassen, doch sei dieser Punkt nicht wichtigster Teil des Gesetzes, sagte Kostunica am Dienstag in Belgrad. Auch würde eine Auslieferung von Milosevic nicht alle Probleme lösen. Es dürften keine Bedingungen gestellt werden, weder von Europa noch von den USA, betonte Kostunica. Wichtig sei allein, dass eine Zusammenarbeit mit dem Tribunal beginne. Dabei handle es sich um eine "internationale Verpflichtung", die aber neue Gesetze und Zeit brauche. "Ich hoffe, diese Zusammenarbeit bedeutet nicht ausschließlich Auslieferung", sagte Kostunica. Präsident Kostunica hat eine Überstellung von Milosevic nach Den Haag bisher abgelehnt. Wann das neue Gesetz in Kraft treten kann, sagte Kostunica nicht. Gegenwärtig verbieten jugoslawische Gesetze die Auslieferung von Bürgern des Landes an ausländische Gerichte. In den vergangenen Wochen ist jedoch der internationale Druck auf Belgrad gestiegen, mit dem UNO-Tribunal zusammenzuarbeiten. Die USA haben Jugoslawien eine Frist bis 31. März gesetzt und Finanzhilfen im Wert von 100 Millionen Dollar (107,3 Mill. Euro/1,48 Mrd. S) an eine Kooperation mit Den Haag geknüpft. (APA/AP)