Budapest - Die ungarische Telekom-Gruppe Matav hat eigenen Angaben zufolge wegen niedriger Umsätze beim Festnetzgeschäft und wegen Abfindungen im vergangenen Jahr einen Rückgang des Nettogewinns von 12,6 Prozent verzeichnet. Das Unternehmen, an dem die Deutsche Telekom mit knapp 60 Prozent beteiligt ist, gab am Mittwoch einen Nettoüberschuss von 68,8 Mrd. Forint (259 Mill. Euro/3,6 Mrd. S) bekannt. Im Vorjahr hatte der Nettoüberschuss 78,6 Mrd. Forint betragen. Matav-Chef Elek Straub bezeichnete das Jahr 2000 als Wendepunkt, da man sich wegen des ausbleibenden Gewinnzuwachses im Festnetzgeschäft den Wachstumsmärkten Internet und Mobilfunk zugewendet habe. Insgesamt steigerte der ungarische Marktführer nach eigenen Angaben seinen Gesamtumsatz um 15,9 Prozent auf 445,9 Mrd. Forint (1,7 Mrd. Euro/23,1 Mrd. S) gegenüber 384,9 Mrd. Forint im Vorjahr. In der Mobilfunksparte sei der Umsatz um 31,6 Prozent auf 108,9 Mrd. Forint gestiegen, wobei das Unternehmen einen Neukunden-Zuwachs von 90 Prozent verzeichnete. Dies habe jedoch die Umsatzrückgänge im Festnetzgeschäft nicht ausgleichen können. Firmen-Chef Straub rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einer Umsatzsteigerung von mehr als 22 Prozent. Für 2002 und 2003 erwartet er nach eigenen Angaben einstellige Zuwachsraten. Die Matav-Aktie rutschte am Vormittag in einem schwachen Marktumfeld an der Budapester Börse um 6,58 Prozent ins Minus bei 1.051 Forint. (APA/Reuters)