Lima - Häftlinge der maoistischen Guerillaorganisation Leuchtender Pfad in Peru haben eine Generalamnestie gefordert. In Schreiben an den Übergangspräsidenten Valentín Paniagua und den Parlamentsvorsitzenden Carlos Ferrero heißt es, jetzt, da der Krieg vorbei sei, müsse eine politische Lösung gefunden werden. Notwendig sei eine "nationale Versöhnung". Zu diesem Zweck sollten auch alle Gerichtsverfahren für null und nichtig erklärt und das Hochsicherheitsgefängnis nahe dem Marinestützpunkt Callao bei Lima geschlossen werden. Dort sind unter anderen der Gründer des Leuchtenden Pfades, Abimael Guzmán, genannt Präsident Gonzalo, und seine Gefährtin Elena Iparraguire alias Genossin Miriam inhaftiert. Übergangspräsident Paniagua hatte nach der Absetzung seines der Korruption verdächtigten Vorgängers Alberto Fujimori versprochen, "offene Wunden" von dessen zehnjähriger Herrschaft mit einer Regierung der "Einheit und Versöhnung" zu heilen. Die Rebellenorganisation Sendero Luminoso ist seit der Festnahme von Guzmán im September 1992 stark geschwächt und kaum noch aktiv. Der frühere Philosophieprofessor hatte an der Spitze der maoistischen Untergrundorganisation 1980 einen blutigen Guerillakrieg begonnen. (APA)