In Wien ist Wahlkampf? Schon in knapp sechs Wochen (am 25. März)? Das hätte angeblich die "Mutter aller Schlachten" werden sollen (Copyright Saddam Hussein). Bürgermeister Häupl und VP-Vizebürgermeister Görg sind so höflich, so freundlich, so korrekt miteinander, dass man im Hintergrund richtig die Geigen und das picksüaße Hölzl (für Nichtwiener: die Klarinette) jubilieren hört. Die Grünen wiederholen immer nachdrücklicher, dass sie eh nicht gegen Autos sind und in eine rot-grüne Koalition (". . . aber nur, wenn die Bedingungen stimmen!") gehen würden. Die Liberalen sammeln ihre Kräfte (und sammeln und sammeln . . .). Die FPÖ . . . na ja, die FPÖ klebt schon Plakate gegen die rot-grüne Hölle, aber irgendwie fehlt was. Vor allem der Kabas. Helene ("ich bin am Ende meiner politischen Karriere") Partik-Pablé gibt uns nicht das, was wir von Kabas erhofft haben. Das Potenzial hat sie ja. Sie ist schon über die schlimmen Eigenarten der Neger hergezogen und empörte sich über jüdische Emigranten, denen man die "Entschädigungen in den Rachen stopft"; aber eine Mutter aller Schlachten ist das (noch?) nicht. Höchstens ein Mütterchen aller Schlachten. Oder eine Omi aller Schlachten. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.2.2001)