Nairobi/Monrovia - Für das Flüchtlingsdrama im westafrikanischen Guinea wird eine Lösung immer wahrscheinlicher. Nach den Regierungen Guineas und Sierra Leones hat am Donnerstagabend auch der liberianische Präsident Charles Taylor der Errichtung eines Sicherheitskorridors in seinem Land zugesagt, um die rund 200.000 eingekesselten Flüchtlinge aus dem Süden Guineas in ihre Heimat zurückzuführen. Das Zugeständnis machte Taylor nach Verhandlungen mit UNO-Flüchtlingshochkommissar Ruud Lubbers, der am Donnerstag nach Monrovia gereist war. Auch die Rebellen der "Revolutionären Vereinigten Front" (RUF) in Sierra Leone bekräftigten ihren Willen zur Zusammenarbeit mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR). Nach Taylors Vorstellung sollten UN-Blauhelmsoldaten den Sicherheitskorridor in seinem Land überwachen, um die rückkehrwilligen Bürgerkriegsflüchtlinge in ihre Heimat zu geleiten. Insgesamt befinden sich nach Schätzungen der UN rund 150.000 liberianische Flüchtlinge in Guinea. Nach Meinung politischer Beobachter könnte es sich bei Taylors Zugeständnis um den Versuch handeln, ein von den Vereinten Nationen angedrohtes Handelsembargo abzuwenden. Ein UNO-Bericht vom Dezember hatte Taylor vorgeworfen, den RUF-Guerillas Waffen für Diamanten zu liefern und sie aktiv zu unterstützen. (APA/dpa)