Straßburg - Besseren Schutz der Arbeitnehmer bei Umstrukturierungen und Fusionen von Unternehmen hat das Europaparlament in Straßburg gefordert. Es müsse sicher gestellt werden, dass die Arbeitnehmervertreter rechtzeitig über geplante Umstrukturierungen unterrichtet und angehört würden, verlangte die EU-Volksvertretung am Donnerstag in einer Entschließung. Die Brüsseler EU-Kommission solle dazu eine Richtlinie aus dem Jahr 1998 über Massenkündigungen überprüfen. Außerdem müsse die Richtlinie über die Einsetzung eines europäischen Betriebsrats noch vor Ende des Jahres revidiert werden. Dabei müssten Strafmaßnahmen für Firmen vorgesehen werden, die die Vorschriften missachteten. Den Ministerrat forderte das Parlament auf, "unverzüglich" einen vorliegenden Richtlinien-Entwurf anzunehmen, der auf eine bessere Anhörung von Arbeitnehmern abzielt. Das Parlament verwies auf eine Reihe von groß angelegten Konzernumstrukturierungen sowohl im Bereich neuer Technologien wie auch in traditionellen Industriezweigen, die oft zum Verlust tausender Arbeitsplätze geführt hätten. In vielen Fällen seien die Arbeitnehmer nicht ausreichend im voraus informiert wurden. (APA)