Washington - Forscher um Louis Barbier vom NASA Goddard Space Flight Center testen erstmals einen Ballon, der in der oberen Stratossphäre mehrere Wochen lang auf konstanter Höhe schweben soll. Damit könnte er Daten von Erde und All messen, die bisher den höhenstabilen Satelliten überlassen bleiben. Vorteil der Ballons: Ihr Einsatz kostet nur ein Bruchteil im Vergleich zu dem eines Satelliten, und sie können selbst schwere Lasten tragen, deren Transport ins All die Kosten in astronomische Höhen treiben würde. Der erste so genannte "Ultra-Long Duration Balloon" (ULDB) steht im australischen Alice Springs zum Start bereit. Zunächst zwei Wochen lang soll das 2700 Kilogramm schwere Gefährt in konstanter Höhe von 34 Kilometern die Erde umschweben und Messungen im ultravioletten Bereich vornehmen. Anders als bisher von der NASA eingesetzte Ballons ist der ULDB dank neuer Materialien und innovativen Designs höhenstabil. Bisher übliche Höhenballons steigen unter Tag höher und sinken bei Nacht, sie sind nicht versiegelt und verlieren mit der Zeit einen Teil ihrer Gasfüllung und sind maximal zwei Wochen einsetzbar. Astronomische Beobachtungen schwacher Signale oder seltener Ereignisse erfordern allerdings wesentlich längere Beobachtungszeiten und konstante Höhe. Das Geheimnis des Ballons liegt in seinem konstanten Volumen: Selbst bei extrem hohem Innendruck soll er weder platzen noch undicht werden. Dieses Ergebnis erzielen die NASA-Forscher mit einer Kombination aus kürbisähnlichem Design und einem Gewebe namens Zylon. Dieses Gewebe von der Dicke einer Küchenfolie kommt in kugelsicheren Westen zum Einsatz und ist sogar stärker als die für ihre Stärke bekannte Kevlar-Fasern. Als konventionell runde Hülle allerdings wäre selbst dieses Material nicht stark genug. Deshalb entschieden sich die NASA-Techniker für eine kürbisförmige Hülle: Senkrechte Bänder zwischen ausgebeulten Segmenten ermöglichen mehr Volumen, ohne dass der Druck auf die Hülle selbst wächst. (pte)