Straßburg - Für die Belange der Baumwoll-Pflanzer und die Aspekte der Vermarktung von Schalenfrüchten hat die neue schwedische EU-Ratspräsidentschaft offenbar kein offenes Ohr. Am Donnerstag hörte kein Ratsvertreter den Debatten im Europaparlament über Hilfen für Baumwoll-Pflanzer, die "Qualität der Vermarktung von Schalenfrüchten und Johannisbrot" oder die Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union zu. Dies sei unnannehmbar, sagte der Vorsitzende der christdemokratischen Fraktion, der größten Gruppe in der Straßburger Versammlung, Hans-Gert Pöttering, düpiert. Bereits am Dienstag hatte die schwedische EU-Präsidentschaft durch Abwesenheit geglänzt, als Kommissionspräsident Romano Prodi im Straßburger Plenarsaal sein Arbeitsprogramm für das laufende Jahr vorstellte. Das Präsidium des Parlaments will nun offiziell in Stockholm protestieren, wie ein Sprecher mitteilte. "Erstaunt" über den Unmut der Parlamentarier gab sich der Pressesprecher der schwedischen Vertretung bei der EU in Brüssel, Anders J. Ericson. Schweden sei davon ausgegangen, das es jeweils zu den Parlamentssitzungen eingeladen werde, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Üblicherweise nehmen jeweils ein Vertreter der EU-Kommission und des jeweiligen EU-Vorsitzes an den monatlichen Plenartagungen in Straßburg teil, die Montag Abend beginnen und bis Donnerstag Abend dauern. (APA)