Villach - Die seit ihrem Bestehen mit argen finanziellen Problemen kämpfende Villacher Studiobühne steht jetzt vor dem endgültigen Aus. Nachdem Landeshauptmann Jörg Haider in seiner Eigenschaft als Kulturreferent die Landesförderungen gestrichen hatte, legte jetzt auch der Villacher Bürgermeister Helmut Manzenreiter, SPÖ, Subventionen von 1,3 Millionen Schilling auf Eis. Das seit rund 30 Jahren bestehende Villacher Kellertheater war im vergangenen Jahr in Konkurs gegangen. Der Kärntner Theatermacher Maximilian Achatz, der als designierter Leiter des Kellertheaters schon einmal das Handtuch geworfen hat, will jetzt nach eigenen Worten nicht mehr mit der Stadt Villach zusammen arbeiten. Nach dem Konkurs der Bühne - eine Folge der Streichung der Landessubvention - hatte sich ein neuer "Verein Kellertheater" gegründet. Ulrike Mandl, die ihrerseits ihre frühere Intendantin Ingrid Ahrer fristlos gekündigt hatte, blieb Obfrau und beauftragte Achatz mit der Erstellung eines Konzepts, das ohne Landesgeld auskommt. Der Schauspieler und Regisseur erarbeitete mit Martin Gruber vom Aktionstheater Bregenz ein Programm, das um 2,1 Millionen Schilling vier Produktionen auf die Beine gestellt hätte. Dieses Programm ist nach dem Rückzieher der Stadt jetzt allerdings "gestorben". Bürgermeister Manzenreiter: "Wir entlassen das Land nicht aus seiner Verantwortung. Alle österreichischen Theater funktionieren mit Drittelfinanzierung - wieso sollte das ausgerechnet bei uns anders sein?" Manzenreiter versicherte gleichzeitig, dass die 1,3 Millionen Schilling jederzeit abrufbar seien, wenn auch das Land seine Förderung auszahlen sollte. Haider hatte allerdings betont, dass er keine weiteren Mittel für das Kellertheater ausschütten wolle. (APA)