Wien - Johanna Rachinger, wurde am Freitag, von Bundesministerin Elisabeth Gehrer als neue Generaldirektorin der österreichischen Nationalbibliothek vorgestellt. "Als Studentin war ich sehr häufig in der Nationalbibliothek. In den letzten Tagen bin ich dort quasi inkognito wieder herumgegangen und habe mir alles angeschaut", sagt Johanna Rachinger, die in den letzten Jahren als Geschäftsführerin des Carl Ueberreuter Verlages, des größten österreichischen Privatverlages, tätig war. Die 41jährige gilt als eine der Powerfrauen des österreichischen Verlagswesens war und hat sowohl die wissenschaftliche, als auch die wirtschaftliche Seite der Beschäftigung mit Literatur kennen gelernt. "zeigen, was Frau kann!" Als "spannende Herausforderung" und "Höhepunkt meiner bisherigen Karriere" sieht die gebürtige Mühlviertlerin ihre Wahl, bei der sie in einem "Objektivierungsverfahren auf hohem Level", so Gehrer, zehn Mitbewerber schlagen konnte. Zusätzlich zu ihrer Verlagstätigkeit absolvierte Rachinger auch die Ausbildung zur Bibliothekarin und war an der Universität und in der Erwachsenenbildung als Lehrbeauftragte tätig. Neben den fachlichen Qualifikationen der neuen ÖNB-Chefin hob Gehrer vor allem ihre "besten Kompetenzen im Bereich von Finanz- und Personalmanagement sowie bei Öffentlichkeitsarbeit und "Veranstaltungsorganisation" hervor. Schließlich erfordert die Absicht, die ÖNB per 1.1.2002 als vollrechtsfähige wissenschaftliche Anstalt zu führen, auch "Leiter mit Managementfähigkeiten - das ist die Entwicklung", meinte Gehrer. "Ich freue mich, dass eine engagierte Frau mit einer sehr guten Vorbildung für diese Position empfohlen wurde", meinte die Ministerin, "Ich freue mich darauf, zu zeigen, was Frau kann", sagt auch Rachinger die in der Geschäftsführung des Carl Ueberreuter Verlags als harte Kalkuliererin galt. Dort gab sie - entgegen den Gepflogenheiten der Branche - die Devise aus: "Jedes Buch muss sich rechnen". Die neue Leiterin wird ihren Job mit 1. Juni antreten, für das kurzfristige Interregnum nach dem mit Ende April in den Ruhestand tretenden jetzigen Generaldirektor Hans Marte wird sie bereits in alle wesentlichen Entscheidungen eingebunden sein. (APA)