London - Einem Wissenschaftsteam um Scott White von der Universität von Illinois ist es gelungen, eine künstliche Haut aus einem Polymer-Kunststoff herzustellen, die genau wie echte menschliche Haut zusammenwächst, wenn sie verletzt oder beschädigt wird. Das Material verfügt über Mikrokapseln, die mit speziellen aktiven Heilgels gefüllt sind. Die Forscher planen aus dem Kunststoff auch menschliche Organe nachzubauen. Die Kunststofffolie blutet und heilt dann von selbst wieder zusammen, sie bietet daher die Vorteile einer künstlichen intelligenten Haut. Eine andere Verwendung könnte auch dort sein, wo Oberflächen nicht mehr repariert werden können, wenn sie einmal in Gebrauch sind. Der neue Kunststoff reagiert anders als bisherige Kunstfolien: das selbstheilende Polymer kann sich zu fast 75 Prozent wiederherstellen. White erklärt in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature, dass der Kunststoff in der Lage sei, auch kleinste Risse wieder mittels Kapillarwirkung zu reparieren, ohne dabei die Spannkraft oder Elastizität einzubüßen. Die Forscher glauben, dass das Plastik in der Lage ist, die gesamte Kunststoffindustrie zu revolutionieren. Dazu zähle auch ein Einsatz in der Satellitentechnologie, bei Raketenmotoren sowie in der Humanmedizin.(pte)