Foto: APAfiles
Beirut - Der libanesische Kassationshof hat die lebenslange Haftstrafe des ursprünglich zum Tod verurteilten Ex-Milizführers Samir Geagea (49) bestätigt. Der ehemalige Kommandant der rechtsgerichteten christlichen "Forces libanaises" (FL) während des Bürgerkrieges (1975-90) kann damit als einziger Milizführer nicht in den Genuss einer Amnestie kommen. Der Arzt Geagea, der zeitweise mit Israel kollaboriert hatte, war 1995 wegen des Mordes an dem Christenführer Dany Chamoun und dessen Familie 1990 zum Tod verurteilt worden. Geagea war auch für den Mord an dem ehemaligen Ministerpräsidenten Rachid Karame im Juni 1987 und an dem Arzt Elias Zayek 1989 verantwortlich. Die Todesstrafe wurde in lebenslange Zwangsarbeit umgewandelt. 1978 hatte ein von Geagea angeführtes Kommando in Ehden im Nordlibanon ein Massaker unter pro-syrischen Maroniten angerichtet. Dabei wurde der Sohn des früheren Staatspräsidenten Suleiman Frangie und Ex-Minister Tony Frangie mit 35 Familienangehörigen und Mitarbeitern bestialisch ermordet. 1991 schlug ein von Gefolgsleuten Geageas verübter Anschlag auf dessen Rivalen Elie Hobeika fehl. (APA)