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Foto: APA/Rheintalflug
Wien - Die vor dem Verkauf an die AUA stehende Vorarlberger Regionalfluggesellschaft Rheintalflug hat seit etwa einem Jahr auch Gespräche mit den Tyrolean Airways geführt, einer 100-Prozent-Tochter der Austrian Airlines (AUA). Demnach wollte der vormalige Tyrolean-Chef Fritz Feitl die Rheintalflug übernehmen. Die am Donnerstag vom AUA-AR genehmigte Einbindung in die AUA-Gruppe ist den Vorarlbergern aber doch noch lieber: "Wir sind lieber eine Tochter der AUA als eine Enkeltochter", sagte Rheintal-Prokuristin und Marketing-Chefin Renate Moser-Seewald am Freitag. Konkrete Gespräche mit der AUA gab es erst seit Jänner des Jahres. Ebenfalls seit Monaten habe man mit der schweizerischen Crossair gesprochen, einer Tochter der SAir-Group mit der Swissair. Die Crossair habe im Zuge der aktuellen Umstrukturierung der SAir-Gruppe mit einem neuen Management derzeit ganz andere Sorgen. Eine Verflechtung mit den Schweizern hätte zwar etwa auch in Hinblick auf die von beiden verwendeten Embraer-Jets "Charme" gehabt, eine Akquisition wäre von der neuen SAir-Führung gegenüber den Aktionären derzeit kaum argumentierbar gewesen. Auch Banken können sich freuen Von Seiten der Gläubigerbanken habe es keinerlei Empfehlung oder Druck in Richtung einer Partnerschaft gegeben, beteuert Moser. Eine Reaktion der Banken gebe es bisher noch nicht, nach Ansicht von Branchenexperten dürften die Kreditgeber die Übernahme durch die AUA jedoch ähnlich begrüßen wie die Rheintalflug selbst. Es sei zwar "gut gelaufen", 2000 sei aber "kein einfaches Jahr" gewesen, so Moser-Seewald. Das Unternehmen hat 2000 einen Umsatz von rund 430 Mill. S erzielt und ein EGT von rund 20 Mill. S eingeflogen. Operativ sei ein Gewinn in nicht genannter Höhe erzielt worden. Durch die Einbindung der Rheintalflug könne ein Synergiepotenzial "in Millionenhöhe" gehoben werden, in erster Linie durch den gemeinsamen Einkauf. Diese könnten freilich geringer ausfallen als von der AUA erhofft, da die Rheintalflug etwa beim Treibstoffpreis "erstaunlich gut verhandelt" habe. Vertrauen in AUA-Vorstand Der unter Beschuss geratene derzeitige AUA-vorstand - Herbert Bammer und Mario Rehulka - genieße "das volle Vertrauen" der neuen Vorarlberg-Tochter. "Wir freuen uns mit ihm zusammenzuarbeiten und sind der Meinung, nur Ruhe kann eine Lösung bringen", so Moser-Seewald. Sie erwartet in der Folge auch eine Einbindung in die Arbeitsgruppen, die die Details der künftigen Zusammenarbeit innerhalb der AUA-Gruppe - AUA, Lauda Air, Tyrolean und nun auch Rheintalflug - erarbeiten. (APA)