Oslo - NATO-Mitglied Norwegen plant eine Verringerung seiner Truppenstärke. Verteidigungsminister Björn Tore Godal begründete die Pläne am Freitag damit, dass zehn Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion kaum noch mit einem russischen Einmarsch zu rechnen sei. Neue Sicherheitsrisiken wie der internationale Terrorismus stünden nun im Vordergrund. Den Plänen zufolge sollen die bei einer Mobilmachung verfügbaren Einsatzkräfte um 100.000 auf 125.000 verringert werden. Das stehende Heer werde von 40.000 auf 33.000 Soldaten reduziert. Der Verteidigungsplan der regierenden Sozialdemokraten für die Jahre 2002 bis 2005 soll im Juni dem Parlament vorgelegt werden. Er rechne mit einer breiten Zustimmung aller Parteien, sagte Godal. Wehrpflicht bleibt erhalten Die Militärexperten hielten weder einen Dritten Weltkrieg noch eine russische Invasion mehr für wahrscheinlich, sagte Godal. Norwegen grenzt an der Barentssee an Russland. Sein Land habe sich bisher noch nicht so stark an die veränderten Verhältnisse nach dem Untergang der Sowjetunion angepasst wie einige andere NATO-Partner, fügte Godal hinzu. Die Ankündigung kam wenige Tage, nachdem russische Kampfflugzeuge bei Manövern am Mittwoch erstmals seit Jahren den Luftraum Norwegens verletzt hatten. Godals Plan sieht den Abbau von Stellen im Militärbereich sowie Einsparungen von zwei Milliarden Kronen (244 Mill. Euro/3,35 Mrd. S) in vier Jahren ab 2002 vor. Die Wehrpflicht bleibt den Plänen zufolge erhalten, es sollen aber weniger Soldaten eingezogen werden. (APA/Reuters)