Das 1991 von Sabine und Christian Mayhofer gegründete Beratungsunternehmen, das über Büros in Deutschland und den USA verfügt, verbindet Organisations- mit Personalentwicklung. Neue Ansätze wie "Open Space" und "Experimental Learning" sollen der Sinn- und Orientierungsfrage von Organisationen und Mitarbeitern in der Beratung stärkeres Gewicht verleihen. "Der Mitarbeiter hat den tiefen Wunsch, durch persönliche Höchstleistungen seinen Beitrag zum Unternehmenserfolg zu erbringen. Die Organisation bzw. die Führungskräfte haben dies zu ermöglichen." In Zeiten stetiger Veränderungsprozesse müssten Anforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten des Mitarbeiters im Unternehmen neu definiert werden. Dadurch werden Visionen und Potenzialentwicklung erst möglich, meint Michael Heinrich, COO (Chief Organization Officer) und Mitglied des Führungstrios. Er sieht darin den wesentlichsten Motivations-und Bindungsfaktor für Mitarbeiter. Ein ganzheitlicher Beratungsansatz bedeutet für Sabine Mayhofer nicht, die Mitarbeiter als Ausgangspunkt für Veränderungen zu betrachten, sondern beim Vorstand als oberster Struktur-und Strategieebene anzusetzen. Eine der wesentlichsten Aufgaben des Beraters sei das Aufbrechen vertrauter Denk-und Verhaltensmuster. Experimental Learning soll Mitarbeitern helfen, antrainierte Erwartungshaltungen zu erkennen und die intuitive Wahrnehmung wieder zu schärfen. Lernen erfolgt dabei immer nicht linear, oft sogar sprunghaft. "Beispielsweise durch den - wörtlichen - Sprung ins kalte Wasser", meint Christian Mayhofer und berichtet von einem Workshop im eisigen Wasser eines Canyons, der die Teilnehmer in Situationen brachte, für die sie noch keine Reaktionsstrategie parat hatten. "Unser Ziel ist es, Mitarbeiter durch Erfahrungen ,aufzuwecken', damit sie in schwierigen Situationen für sich selbst angemessener agieren und dadurch einem Burnout vorbeugen." Viele Beratungen scheitern daran, dass die Belegschaft die vorgeschlagenen Veränderungen nicht mitträgt, so Christian Mayhofer, "weil sie über ihrem Kopf entschieden wurden". Sein Ansatz heißt "Open Space" und beruht darauf, die inneren Ressourcen eines Unternehmens zu reaktivieren. Das heißt: Alle Mitarbeiter eines Unternehmens erarbeiten in selbst organisierten Workshops Lösungsvorschläge zu Fragen, die zusammen mit Maycon im Vorfeld definiert wurden. Die Berater übernehmen dabei die Rolle eines Coachs, der die Spielregeln vorgibt, wie zum Beispiel das "Gesetz der zwei Füße": "Wenn jemand von einem Workshop nicht mehr profitieren oder selbst nichts mehr dazu beitragen kann, so geht er einfach - zum nächsten Workshop." Ressourcen aktivieren Skeptische Auftraggeber hätten zunächst das vollendete Chaos erwartet, waren dann aber verblüfft, welche Eigenverantwortung und Selbstorganisation durch die Vernetzung der Mitarbeiter entstanden wären. Das wesentlichste Resultat sei aber in der Implementierung zu erkennen, so Sabine Mayhofer, "die Veränderungsmaßnahmen werden von der Belegschaft mitgetragen, weil sie diese selbst erarbeitet hat." Am Ende steht eine von den Mitarbeitern entwickelte und gelebte Unternehmensidentität. Angenommen, Maycon überlebt die nächsten fünf Jahre, was dann? Dann wäre es gut, "nicht auf einer Liste mit ,McAndersens' zu stehen", lautet die Antwort. Das Führungstrio unisono: "Nein, im Ernst, unser Vorhaben ist die Vernetzung von klugen Geistern und vor allem von Wachheit!"