Tokio - Drei japanische Oppositionsparteien haben am Dienstag die Haushaltsberatungen im Parlament boykottiert, um so den politischen Druck auf Ministerpräsident Yoshiro Mori zu verstärken. Die Demokraten, Sozialdemokraten und Kommunisten protestierten mit ihrer Aktion gegen die von den regierenden Liberaldemokraten bestimmten Verfahrensregeln für die Haushaltsdebatte. Während der Parlamentssitzung wurde die Regierung aber auch aus dem Lager der Koalition angegriffen. Die LDP-Abgeordnete Makiko Tanaka kritisierte, man könne kaum sagen, dass die Erklärungen der Regierung zufriedenstellend seien. Die Zeitung "Yomiuri" berichtete am Dienstag über Versuche innerhalb der LDP, Mori zum Rücktritt zu zwingen. Der erst seit April vergangenen Jahres amtierende Ministerpräsident hat jüngsten Umfragen zufolge nur noch eine Unterstützung von neun Prozent der Bevölkerung. Zusätzlich unter Druck geriet Mori, weil er nach der Nachricht von der Kollision eines japanischen Fischereischulschiffs mit einem amerikanischen U-Boot am 9. Februar zunächst noch eine Partie Golf zu Ende gespielt hatte. Wirtschaftsminister Taro Aso hatte zuvor Position für den angeschlagenen Ministerpräsidenten bezogen. Das gesamte Kabinett - und nicht Mori allein - sei für die Einbußen der Regierung in der Wählergunst mit verantwortlich, sagte Aso in Tokio. Spekuliert wird derzeit über einen möglichen Rücktritt Moris im März, um auf diese Weise die Aussichten seiner LDP-Partei bei den Oberhauswahlen im Juli zu verbessern. Mori selbst hatte am Montag Rücktrittsforderungen abgelehnt. In einer Umfrage einer japanischen Zeitung hatten sich indes 71 Prozent der Befragten für den Rücktritt Moris ausgesprochen. (APA/AP/Reuters)