In der indonesischen Unruheprovinz Aceh ist ein Journalist ermordet worden. Die Leiche von Rusli Radja, einem Mitarbeiter des Magazins "Pena Lestari", sei am Sonntag am Straßenrand im Dorf Sungai Pauh entdeckt worden, teilte die Polizei am Montag mit. Der Journalist sei gefoltert und dann erschossen worden, berichteten Augenzeugen. Demnach wurde in der Nähe ein weiterer Toter entdeckt. Nach Angaben von Dorfbewohnern war Radja auch Vorsitzender der Nicht-Regierunsgorganisation Gajah Gunong Seulawah in Ost-Aceh. Am Freitag hatten sich Vertreter der indonesischen Regierung und der Rebellenbewegung Freies Aceh (GAM) in der Schweiz auf neue Sicherheitsmaßnahmen geeinigt. Die GAM kämpft seit 1976 gegen die indonesische Vorherrschaft in Aceh und für einen unabhängigen islamischen Staat. Bei Unruhen in der Provinz wurden Angaben von Menschenrechtsgruppen zufolge allein im vergangenen Jahr rund tausend Menschen und seit Jahresbeginn weitere 150 getötet. Die Rebellen werfen Jakarta vor, die unter anderem an Erdgas- und Ölvorkommen reiche Provinz im Nordwesten der Insel Sumatra mit militärischer Gewalt systematisch auszubeuten. Indonesische Regierungen hatten wiederholt einen Autonomiestatus für Aceh in Aussicht gestellt, ihr Versprechen jedoch nicht in die Tat umgesetzt. Durch die Loslösung Osttimors von Indonesien 1999 erhielten die Forderungen nach Selbstverwaltung für Aceh Auftrieb. (APA/AFP)