Damaskus/Beirut - Die syrische Diplomatie hat seit dem Wahlsieg des Likud-Chefs Ariel Sharon in Israel hektische Aktivitäten entfaltet, um eine breite arabische Allianz zu schmieden. Absoluten Vorrang müsse jetzt die "arabische Immunisierung gegen das Abenteurer-Virus" haben, das in Israel an die Macht gekommen sei, erklärte der Sprecher der Nationalen Sicherheitskommission, Yasser Nehlawi, vor dem Parlament in Damaskus. Syrien betrachtet die Bildung einer Regierung unter Sharon als "Kriegserklärung an die Araber". Nach Besuchen im Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten im Jänner hat sich Präsident Bashar el Assad in den vergangenen Tagen nach Saudiarabien und Bahrain begeben. Am Montag soll er in Damaskus Gespräche mit dem libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri über die "israelische Aggression" im Südlibanon führen. Mit Jordaniens König Abdullah II. steht er in ständigem Kontakt. Zugleich haben sich die Beziehungen zum Irak weiter gebessert, wie Nehlawi ausführte. Einen Besuch des palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat in Damaskus macht Assad von Arafats Bereitschaft abhängig, ohne Vorbehalt an der Ausarbeitung eine "einheitlichen arabischen Aktion gegen die israelische Verschwörung" mitzuwirken, wie die pro-syrische libanesische Zeitung "As Safir" berichtet. Arafat müsse unter anderem ausdrücklich am Rückkehrrecht der Flüchtlinge und Vertriebenen sowie an der Fortsetzung der Intifada festhalten. Der Libanon und Syrien wollen den israelischen Truppenabzug aus dem Südlibanon vom Vorjahr erst dann als vollständig anerkennen, wenn Israel auch die umstrittenen so genannten Shebaa-Ländereien im Dreiländereck räumt. Syrien hat rund 30.000 Soldaten mit einem Mandat der Arabischen Liga als Ordnungstruppe im Libanon stationiert. Zwischen den beiden Ländern besteht seit 1991 ein Beistandspakt. (APA/Reuters)