Teheran - Im Zeichen des respektvollen religiösen Dialogs zwischen Christentum und Islam verläuft laut Kathpress der gegenwärtige Iran-Besuch von Kardinal Christoph Schönborn. Der Wiener Erzbischof war Samstag Abend in Teheran eingetroffen; in der selben Maschine reiste zufällig auch der polnische Aussenminister Wladyslaw Bartoszewski. Kardinal Schönborn wurde auf dem Flughafen von Teheran von Ayatollah Mohammad Ali Taskhiri als Repräsentant der "Islamic Culture and Relations Organization" empfangen, die den Wiener Erzbischof in den Iran eingeladen hatte. Taskhiri unterstrich bei einem Abendessen zu Ehren des Kardinals am Sonntag Abend die Nähe der beiden monotheistischen Religionen Christentum und Islam und die "absolute Notwendigkeit des Dialogs". Dialog zwischen den Kulturen Am Sonntag feierte der Wiener Erzbischof in der Kapelle der Apostolischen Nuntiatur in Teheran die Heilige Messe. Anschliessend fand ein Arbeitsgespräch mit Ayatollah Taskhiri statt. Im Mittelpunkt des "offen und freundschaftlich" geführten Gesprächs stand der Dialog zwischen den Kulturen und zwischen den Religionen. Nach einem Besuch beim Teheraner armenisch-apostolischen Erzbischof Sebuh Sarkissian nahm Kardinal Schönborn an der Sonntagsmesse im ostsyrischen Ritus in der chaldäisch-katholischen Kathedrale der iranischen Hauptstadt teil. Der Wiener Erzbischof wurde von Bischof Ramzi Garmou - der in voller Kirchengemeinschaft mit Rom steht - und dessen Gemeinde mit großer Herzlichkeit aufgenommen. Vortrag an der Imam-Sadr-Uni Am Montag waren eine Begegnung des Kardinals mit dem islamischen religiösen Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, sowie ein Vortrag Schönborns an der Imam-Sadr-Universität vorgesehen. Am Dienstag fährt der Kardinal in die alte iranische Hauptstadt Isfahan mit ihrer unter Abbas dem Großen entstandenen armenischen Vorstadt Djulfa. In Isfahan und Djulfa trifft der Wiener Erzbischof mit islamischen und christlichen religiösen Spitzenpersönlichkeiten zusammen. Schönborns von "Pro Oriente" begleitet Mit Kardinal Schönborn reiste eine Delegation des Kuratoriums der Stiftung "Pro Oriente" in den Iran. "Pro Oriente" ist seit jeher um den Dialog mit den Kirchen der altsyrischen Tradition bemüht. Zu diesen Kirchen gehört auch die "Apostolische Kirche des Ostens", die Kirche des alten Perserreiches. Die "Pro Oriente"-Delegation umfasst unter anderen den geschäftsführenden Präsidenten der Stiftung, den Generaldirektor der Österreichischen Nationalbibliothek, Hans Marte, sowie Guido Schmidt-Chiari, Vorstandsmitglied und Kurator von "Pro Oriente", den Ostkirchenfachmann Philipp Harnoncourt, und den früheren österreichischen Botschafter in Teheran, Christoph Cornaro. Eine alte Freundschaft verbinde "Pro Oriente" mit dem armenisch-apostolischen Erzbischof von Teheran, Sebuh Sarkissian, hieß es in der Ausendung. Seit Beginn der neunziger Jahre, als der heutige Erzbischof noch als Priester und Theologe tätig war, habe er am so genannten "Standing Committee" für den Dialog mit den altorientalischen Kirchen mitgearbeitet. (APA)