Lydia Ninz Andreas Stockinger

Oberwaltersdorf - "Wie im Paradies: einzigartige Lebensqualität inmitten herrlicher Natur." Mit diesen Worten wirbt die Homepage für den Fontana Wohnpark in Oberwaltersdorf, 20 Kilometer südlich von Wien. Mit der Idylle könnte es für die Bewohner, die sich teuer eingekauft haben, bald vorbei sein: Der Golfplatz steht nun auch für Nicht-Clubmitglieder offen, und für den Restaurantbereich wird ein privater Pächter gesucht.

Neue Strategie

Es handle sich dabei, sagt Magna-Konzernsprecher Andreas Rudas zum STANDARD, um eine "Verbesserung des Angebots" und eine "strategische Neuausrichtung" der Entertainment-Aktivitäten in Oberwaltersdorf. Keine Rede könne davon sein, dass Magna-Boss Frank Stronach sein Interesse an dem Areal verloren habe, weil sich seine bombastischen Pläne in Ebreichsdorf (Kugel-Projekt) ziehen.

Wohnparkbewohner hatten zuletzt Befürchtungen geäußert, der bisher exklusiv ihnen zur Verfügung stehende Badesee könne im Zuge dieser "Neuausrichtung" bald von privaten Badegästen überschwemmt werden. Rudas relativiert: Von Massen könne keine Rede sein, "nur Greenfee-Golf-Gäste dürfen den Teich benutzen". Wie viele das sein werden, lasse sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt überhaupt noch nicht sagen.

Die 18-Loch-Championship-Golfanlage wird laut Rudas weiter intern geführt, und zwar von Barry Britton. Man habe sich überlegt, wie man "einen der schönsten Golfplätze Europas" besser vermarkten könne. Resultat: Golfer kommen jetzt auch ohne Kaution rein. Die Kaution in Höhe von 150.000 Schilling (10.900 Euro) haben die bisher exklusiven Fontana-Golfer schon zurückbekommen, sagt Rudas.

Das Restaurant wird künftig an externe Interessenten verpachtet. Derzeit stehe man "in Verhandlungen mit ein oder zwei Kandidaten". Gerüchten nach blühe den dahinter liegenden Latifundien dasselbe.