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Belgrad - Mehrere tausend Familienangehörige von vermissten Kosovo-Serben haben am Dienstag im Belgrader Stadtzentrum demonstriert. Zur Protestkundgebung sind auch Kosovo-Serben aus zentralserbischen Staaten angereist, wo sie nach der Flucht aus dem Kosovo neue Unterkünfte gefunden haben. Nach Angaben einer Belgrader Vereinigung von Vermisstenangehörigen ist das Schicksal von rund 1.300 Kosovo-Serben unbekannt. Rund 70 Prozent von ihnen sollen nach der Beendigung der NATO-Luftangriffe gegen Jugoslawien im Juni 1999 verschleppt worden sein. Die Demonstranten haben mit Hungerstreik gedroht, sollte es den jugoslawischen Behörden nicht gelingen, das Schicksal der Vermissten innerhalb von nächsten zwei Wochen zu klären. Die Polizei hat nach Meldungen des Senders ''B-92'' Demonstranten, die nach einer Kundgebung auf dem zentralen Republikplatz durch das Stadtzentrum marschierten, daran gehindert, in die deutsche Botschaft vorzudringen. Vor Wochen hatten Familienangehörigen in Botschaften der Staaten, deren Soldaten im Rahmen der internationalen Friedenstruppen im Kosovo stationiert sind, Vermisstenverzeichnisse mit der Bitte überreicht, bei der Suche nach Familienangehörigen behilflich zu sein. (APA)