Seoul - Nach den gewalttätigen Ausschreitungen vom Montag meldet sich jetzt Südkoreas Präsident Kim Dae Jung in der Daewoo-Krise zu Wort: "Es bricht einem das Herz, dass Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren." Aber die Kündigungen beim de facto bankrotten Autohersteller seien unverzichtbar für die Rettung des Unternehmens.

Am Montag hatte die Polizei das Hauptwerk in Pupyong gestürmt, das 700 Arbeiter aus Protest gegen den Abbau von 1750 Stellen besetzt hatten. Derweil hofft Firmenchef Lee Jong Dae, dass der US-Konzern General Motors (GM) in der zweiten Jahreshälfte ein Kaufangebot vorlegen wird.

Daewoo Motor ist mit über 15,3 Mrd. Euro (211 Mrd. S) verschuldet. GM ist grundsätzlich an einem Einstieg interessiert. Formelle Verhandlungen haben noch nicht begonnen, obwohl die intensive Buchprüfung abgeschlossen ist. Als Haupthindernis für einen Verkauf an einen ausländischen Investor wurde bisher der Widerstand der Gewerkschaften gegen einen Stellenabbau und Umstrukturierungen angesehen.

Sämtliche anderen Interessenten haben übrigens im Vorjahr wegen der katastrophalen Schieflage von Daewoo ihre Angebote zurückgezogen, zuletzt Ford. Deren Finanzexperten waren zusätzlich zu den gigantischen Außenständen auf in großem Ausmaß geschönte Bilanzen gestoßen. (Reuters, D ER S TANDARD , Print-Ausgabe, 21. 2 . 2001)