Belgrad - Der stellvertretende serbische Ministerpräsident Nebojsa Covic hat die Führung der aufständischen Albaner "dringend" zu Verhandlungen mit Belgrad aufgefordert. In der Einladung von Dienstagabend heißt es, dass die Gespräche "nach Bedarf" auch von UNO, EU, der Friedenstruppe KFOR und dem Flüchtlingshilfswerk UNHCR unterstützt werden sollen. Die Einladung erging an die Führer der zwei Albaner-Parteien in Südserbien, Riza Halimi und Zekeria Fazliu. Von serbischer Seite sollen sich neben Regierungsvertretern auch Vertreter der serbisch-orthodoxen Kirche, des Militärs, der Polizei und der serbischen Bevölkerung im Süden der jugoslawischen Teilrepublik an den Gesprächen beteiligen. Die Führung der Albaner beschloss vor zehn Tagen die Bildung einer Verhandlungsdelegation aus den Kommandanten der "Befreiungsarmee von Presevo, Medvedja und Bujanovac". Die Einladung von Covic ist ganz offensichtlich nicht an diese Freischärler gerichtet. Das dürfte dazu führen, dass die gemäßigten Albaner-Führer in Südserbien von ihren Landsleuten unter Druck kommen werden, Verhandlungen mit Belgrad nicht zuzustimmen. Die radikalen Albaner fordern einen Anschluss des Gebietes Presevo, Medvedja und Bujanovac an den Kosovo. (APA)