Seoul - Sogar die Natur scheint sich dem Personenkult um den nordkoreanischen Führer Kim Jong-Il anzuschließen. Wie offizielle Medien des Landes jetzt berichten, hätten sich zum Anlass des 59. Geburtstages am vergangenen Freitag zahlreiche Naturwunder ereignet, die die Größe des "glanzvollen und himmelsgeborenen Führers" bezeugten. Laut der amtlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA sei der legendenumwobene Geburtsort des kommunistischen Parteiführers, der Mount Paektu, bei Anbruch jenes Tages von einem gleißendem Morgenrot bestrahlt gewesen. Im Inneren des Vulkans habe das Krachen eines Eisbergs den ganzen Berg erzittern lassen, so die Agentur weiter und berichtete von einem Schneesturm mit Blitz und Donner, der am Geburtstag Kim Jong-Ils über die Stadt Kaesong gezogen sei. "Jene, die Zeugen dieser Himmelswunder waren, sagten, dass sogar die Natur Kim Jong-Il zum Geburtstag zu gratulieren schien", schrieb KCNA. In Nordkorea sind mysteriöse Naturphänomene im Zusammenhang mit Ehrentagen dessen Führers relativ häufig zu beobachten. So hätten Obstbäume bereits im Herbst geblüht, und einmal hätten nordkoreanische Fischer auf wundersame Weise sogar eine seltene Albino-Seegurke gefangen, alles zu Ehren Kim Jong-Ils. Beobachter fragen sich nun gespannt, welche Wunder die Natur im nächsten Jahr auf Lager haben wird, wenn sie den runden 60. Geburtstag von Kim Jong-Il begeht. (APA/Reuters)