München - Mit einem Endspurt hat die bayerische HypoVereinsbank (HVB) im Vorjahr ihren Gewinn mehr als verdoppelt und damit die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten übertroffen. Im Geschäftsjahr 2000 verdiente die zweitgrößte deutsche Bank - deren neuer Teilkonzern Bank Austria seit Dezember konsolidiert enthalten und in die HVB-Zahlen mit einem Jahreszwölftel eingerechnet ist - nach Steuern und vor Fremdanteilen 1,184 (0,439) Mrd. EURO, umgerechnet 16,29 Mrd. S, wie die HVB am Mittwoch in München mitteilte. Analysten hatten dem Institut im Mittel ihrer Prognosen nur 973 Mio. Euro Jahresüberschuss zugetraut. "Wir sind im vierten Quartal gut voran gekommen und haben den abflachenden Trend aus den Vorquartalen damit gestoppt", sagte ein HVB-Sprecher in München. Die HypoVereins-Aktionäre sollen nach einem Vorschlag des Vorstands eine unveränderte Dividende von 0,85 Euro auf jede Stammaktie und von 0,90 Euro auf jede Vorzugsaktie erhalten. "Damit haben wir alle Ziele für das Jahr 2000 erreicht", sagte Vorstandssprecher Albrecht Schmidt. Die Bank könne mit den Ergebnissen "recht zufrieden" sein. "Wir sind strategisch und operativ auf Kurs", erklärte Schmidt. Bank Austria trägt 40 Millionen Euro bei Die im Sommer erworbene und im Dezember erstmals konsolidierte Bank Austria trug zum Jahresüberschuss nach HVB-Angaben rund 40 Mio. EURO bei. Die Bilanzsumme wurde durch die Einbeziehung der größten österreichischen Bank um 42 Prozent von 503 auf 717 Mrd. EURO getrieben. Die Risikovorsorge der HVB sank nach dem von Immobilienrisiken geprägten Jahr 1999 auf 1,186 (2,472) Mrd. EURO; ohne Bank Austria hätte die Kreditrisikovorsorge 1,135 Mrd. Euro betragen. Von dem Ziel, die Kreditrückstellungen auf unter eine Milliarde Euro zu drücken, war die Bank jedoch bereits im Oktober wieder abgerückt. Während das Firmen- und Privatkundengeschäft wie geplant abgeschnitten hätten, sei die Vorsorge im Geschäft mit Immobilien erneut etwas höher ausgefallen als geplant, hieß es zur Begründung. Die Renditeziele seien jedoch erreicht worden: Die bereinigte Eigenkapitalrendite nach Steuern und vor Abschreibungen auf den Firmenwert lag den Angaben zufolge bei 9,2 (3,6) Prozent, das Verhältnis von Kosten und Erträgen wurde mit 59,7 (61,6) Prozent unter der Marke von 60 Prozent gehalten. Im vierten Quartal fiel der Gewinn nach Steuern den Angaben zufolge mit 402 (Vorjahresquartal: 308) Mio. EURO mehr als doppelt so hoch aus wie in den drei Monaten davor, als die HVB 159 Mio. EURO Gewinn ausgewiesen hatte. Mit Ausschlag gebend dafür waren ein nach Risikovorsorge um 13 Prozent höherer Zinsüberschuss von mehr als einer Mrd. Euro und ein um 21 Prozent auf 654 Mio. Euro gestiegener Provisionsüberschuss, hieß es. (Reuters/APA)