Die Telefonanlagen von mehr als 100 österreichischen Großbetrieben sind nach einem Bericht der österreichischen IT-Wochenzeitschrift "Computerwelt" Anfang Februar von Hackern geknackt worden. Die Eindringlinge haben so auf Kosten der Firmen unzählige Ferngespräche geführt. Laut dem Bericht der Zeitschrift stammen die betroffenen Anlagen fast alle von Kapsch. Der Gesamtschaden soll rund 1 Mrd. S. betragen Etliche Firmen trauten ihren Augen nicht, als sie ihre Telefonrechnung sahen. Anstelle der gewohnten Summen stand unter dem Strich ein zehn- bis zwanzigfach höherer Betrag als sonst. Betroffen sind laut "Computerwelt" hunderte Großbetriebe, Organisationen und Regierungsstellen im europäischen Raum. Der gesamte Schaden wird von Insidern auf derzeit rund eine Milliarde Schilling (72,7 Millionen Euro) geschätzt. Diese Zahl solle jedoch ständig steigen: Wöchentlich werden in Österreich zusätzliche Schadensfälle bekannt, schreibt die Zeitschrift. Kapsch Meridian 1 als Hauptziel Fast alle betroffenen Systeme stammen von Kapsch, das Modell heißt Meridian 1, so "Computerwelt". Eine einzige Anlage sei von Ericsson, der Geschädigte sei hier der ÖAMTC. Die Täter seien über einen so genannten GSM-Gateway in die Telefonanlage eingedrungen. Es ist dies eine Einrichtung, die bei Gesprächen von Mobil- zu Mobiltelefon den günstigsten Tarif ermittelt. Die Anrufer seien Niederländer gewesen, die über den "Umweg" ÖAMTC vor allem in den Iran, nach Saudi-Arabien und nach Thailand telefoniert hätten, heißt es. Auch der ÖAMTC mit Problemen "Wir sind Anfang des Jahres Opfer eines Hackers gewesen. Der Schaden beläuft sich auf ca. eine Million Schilling", sagte ein Sprecher des ÖAMTC der APA. "Der Mehrbetrag wurde von der Telekom Austria zwar in Rechnung gestellt, die Summe wird jedoch zur Zeit von dem Telekommunikationsunternehmen gestundet." Der ÖAMTC erstattete Anzeige "gegen Unbekannt", sagte der Sprecher. Bis zu 15.000 unerlaubte Telefonate In manchen Anlagen brachten es die Eindringlinge auf bis zu 15.000 unerlaubte Telefonate. Die Hacker seien derzeit noch fleißig am Werk, die Polizei ermittle, schreibt die Zeitschrift "Computerwelt". (APA)