Bern/Paris - Das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) hat die in einem Bericht einer französischen Parlamentsdelegation erhobenen Vorwürfe der Nachlässigkeit bei der Bekämpfung der Geldwäscherei zurückgewiesen. Die Schweiz bekämpfe die Finanzkriminalität und insbesondere die Geldwäscherei mit aller Entschlossenheit, hieß es in einer Mitteilung des EFD. Der am Mittwoch in Paris veröffentlichte französische Bericht warf der Schweiz vor, im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern im Kampf gegen die Geldwäscherei zu wenig Mittel einzusetzen. "Die Schweiz verbreitet den Eindruck, dass sie die Geldwäscherei entschieden bekämpft, aber die Resultate und die von den Bundesbehörden eingesetzten Mittel lassen einen bedeutenden Rückstand gegenüber den Ländern der Europäischen Union (EU)", hieß es in dem Bericht. Wenn die Schweiz wirklich die Mechanismen für die Geldwäscherei verunmöglichen wolle, so müssten die Gesetzgebung und die Kontrolle über die Banken verschärft werden. Ein Appell an die Banken zu mehr Wachsamkeit, genüge nicht. Der Kampf gegen die Geldwäscherei brauche mehr politischen Willen und auch den Einsatz von mehr Geld und Personal, hieß es weiter. Hoher Standard Das Eidgenössische Finanzdepartement wies darauf hin, dass der Schweiz durch die "Financial Action Task Force", der auch Frankreich angehöre, ein hoher Standard im Kampf gegen die Geldwäscherei attestiert werde. Der Bankensektor sei bereits seit 1991 einem wirkungsvollen Anti-Geldwäscherei-Dispositiv unterworfen, hielt das EFD fest. 70 Prozent der Verdachtsmeldungen würden an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet.

Mit dem neuen Gesetz gegen Geldwäscherei von 1998 seien in der Schweiz auch vorbeugende Vorschriften für den Nichtbankensektor erlassen worden, hiess es in der Stellungnahme des EFD weiter. Die Schweiz sei damit eines der ersten Länder, das auch Anwälte, Notare oder Wechselstuben einer Aufsicht unterstelle. (Reuters)