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Skopje/Athen - Nicht unter besten Vorzeichen beginnt heute, Donnerstag, die zweitägige Konferenz von sieben südosteuropäischen Staaten in der mazedonischen Hauptstadt Skopje. Die Spannungen in Südserbien, das jüngste Eindringen von etwa 200 albanischen Rebellen in Mazedonien und das angekündigte Unabhängigkeitsreferendum in Montenegro sorgen für eine gereizte Atmosphäre. Jugoslawien und Albanien haben ihre diplomatischen Beziehungen seit der Kosovo-Krise noch nicht wieder hergestellt; Skopje wiederum wirft Tirana vor, die Großalbanien-Träume von Extremisten zu dulden. Zentrales Thema: Lage in Südserbien Zentrales Thema wird die Lage in Südserbien sein. Athen hat - als einziges EU-Mitglied unter den Teilnehmern - bereits einen Maßnahmenkatalog an Brüssel weitergeleitet, dessen "Lösungsphilosophie" Außenminister Georgios Papandreou mit wenigen Worten auf den Punkt brachte: "Was wir brauchen, ist mehr Demokratie, mehr Toleranz und weniger Zersplitterung." Konkret befürwortet das Papier unter anderem die Umsetzung des Friedensplans des serbischen Vizepremiers Nebojsa Covic und eine effiziente Kontrolle der Außengrenzen Jugoslawiens, auch mithilfe der Friedenstruppe Kfor. Von den Aktivitäten der albanischen Extremisten ist auch Mazedonien mit seiner großen albanischen Minderheit (rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung) stark betroffen. Die Sorge über ein Übergreifen des Großalbanien-Virus auf sein Territorium drängt Skopje auch dazu, andere offene Flanken zu schließen. Dazu gehört die mit dem griechischen Nachbarn immer noch ungelöste Frage des Staatsnamens. Athen scheint jetzt bereit, den Alleinanspruch auf den historischen Namen Makedonien aufzugeben. Mazedoniens Premier Ljupko Georgievski erklärte seinerseits, Ziel seiner Regierung sei ein Name, der "so nah wie möglich am tatsächlichen Namen unseres Landes ist". Als mögliche Varianten kursieren hier "Nord-Mazedonien", "Neu-Mazedonien" oder "Mazedonien-Skopje". (STANDARD-Korrespondent Robert Stadler, DER STANDARD Print-Ausgabe, 22.2.2001)