Wien - In Österreich wurden seit Jänner 24.148 Rinder auf BSE untersucht. Kein einziger Verdachtsfall ist bisher aufgetaucht. Österreich gilt laut EU als "BSE-frei", das Risiko, dass der Rinderwahnsinn hierzulande auftaucht, wird als "minimal" eingestuft. Entsprechend habe sich auch der Rindfleischmarkt wieder erholt, ließ Mittwoch die österreichische Rinderbörse wissen. Die Nachfrage nach Frischfleisch sei auf 80 Prozent des normalen Niveaus zurückgekehrt. Im Jänner war der Absatz wegen BSE auf 50 Prozent der ursprünglichen Nachfrage eingebrochen. Auch in die Würste würden wieder mehr Rinder kommen. Damit dürften die umstrittenen EU-Massenschlachtungen hierzulande hinfällig sein, wurden sie in Österreich doch von einer Erholung des Marktes abhängig gemacht. Was also noch bleibt, ist die Frage der Finanzierung der BSE-Folgekosten - Geld für Tests und Tiermehlverbrennung. Wie berichtet, soll das bisherige Provisorium verlängert werden: Bund und Länder zahlen pro Monat je 65 Millionen Schilling. Bis Ende April soll eine Dauerlösung gefunden werden, die Länder wollen heute schon nichts mehr zahlen: entweder EU-Gelder, Bund und Länder, Rinderabgabe, Steuererhöhung, oder der Handel muss zahlen oder vielleicht alle miteinander. FP-Finanzminister Karl-Heinz Grasser will das Geld aus Brüssel oder aber den Handel bemühen. Das will sein Parteikollege und Gesundheitsminister Herbert Haupt auch - und noch viel mehr, nämlich den Bund zahlen lassen. Was für Grasser aber schon überhaupt nicht infrage kommt. VP-Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer denkt an die Länder, wenn nur die Bauern nicht weiter belastet würden. SP-Umweltsprecherin Uli Sima bezeichnete den ministeriellen Streit als "Chaos" und forderte eine rasche Lösung. Eine "Kampagne für Bio-Essen" starten indes Niederösterreichs Grüne, weil es im Unterschied zu Wien und Salzburg von den niederösterreichischen Kindergarten-, Schul-, Spitals- und Seniorenheimbetreiber zu wenig Initiativen zum Umstieg auf Öko-Produkte gebe. Lediglich in Tulln sei bisher eine Großküche auf mehr Bio umgestiegen, weshalb Niederösterreichs Biobauern auf den Wiener Markt angewiesen seien. Heute, Donnerstag, wollen sie im Landtag eine Resolution zur Förderung von Ökoprodukten in Großküchen einbringen. (APA/bri/fei/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22. Februar 2001)