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Wien - Als "inhaltslos" im Kontext der heutigen europäischen Integrationspolitik hat Außenministerin Benita Ferrero-Waldner in einem Interview für die spanische Tageszeitung "La Vanguardia" (Barcelona, Donnerstag-Ausgabe) die Neutralität bezeichnet. Österreich habe eine "sehr antiquierte Sicherheits- und Verteidigungsdoktrin" gehabt. Seit dem Vertrag von Nizza habe es aber auch eine Teilnahme am Krisenmanagement akzeptiert. Zur Osterweiterung der Union führte die Ministerin aus, Österreich habe mit den Beitrittskandidaten so viele Grenzen wie kein anderes EU-Land. Es habe daher mit einer temporären starken Arbeitsimmigration zu rechnen. Aus diesem Grund sei es angebracht, eine siebenjährige Übergangsfrist vor der vollen Liberalisierung des Personenverkehrs zu verlangen. Dies habe auch der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder gefordert. Angesprochen auf ihre Beliebtheit laut Umfragen und befragt, ob ihr eine Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten erstrebenswert erscheine, meinte Ferrero-Waldner: "Ich glaube, meine Popularität ist offenkundig eine Folge der Sanktionen (der EU-14, Anm.) und des Verteidigungskampfes für mein Land, den ich geführt habe." Ihr gefalle die Außenpolitik und sie wolle dieses Amt in den verbleibenden Jahren der Legislaturperiode ausüben. "Alles andere ist reine Spekulation." Bis zur spanischen EU-Präsidentschaft, die in der ersten Jahreshälfte 2002 eintreten wird, erwartet die Ministerin, dass die in Nizza eröffnete Diskussion über die Zukunft der Union klarere Formen annimmt. Mit ihrem spanischen Amtskollegen, dem Katalanen Josep Pique i Camps, stimme sie überein, dass man "offen bleiben" müsse. Unerlässlich sein werde eine klare Abgrenzung der Kompetenzen zwischen den Mitgliedsstaaten und der EU. Pique erörtert am Donnerstag in Wien EU-Fragen mit Ferrero-Waldner. (APA)