Neu Delhi - Nach der erneuten Verlängerung der einseitigen Waffenruhe in Kaschmir hat Indien die moslemischen Separatisten vor weiterer Gewalt gewarnt. "Alle, die Frieden wollen, dürfen diese Gelegenheit nicht verstreichen lassen, denn unsere Geduld ist nicht unbegrenzt", sagte der indische Ministerpräsident Atal Behari Vajpayee am Donnerstag im Parlament. Vajpayee hatte den Waffenstillstand im indischen Teil Kaschmirs am Mittwoch zum dritten Mal verlängert. Er gilt nun bis zum 31. Mai. Indische Truppen dürfen aber aktiv gegen zwei Gruppen vorgehen, die als besonders militant gelten. Ansonsten darf die Armee nur zur Selbstverteidigung zu Gewalt greifen. Pakistan hat Indien vorgeworfen, der Waffenstillstand sei bedeutungslos und solle die Weltöffentlichkeit täuschen. Im indischen Teil Kaschmirs, wo überwiegend Moslems leben, kämpfen mehrere Milizen mit pakistanischer Unterstützung für den Anschluss an Pakistan. Die Gruppen Lashkar-e-Toiba und Jaish-e-Mohammed kündigten an, auch weiterhin das indische Militär anzugreifen. Die Armee hat trotz der Waffenruhe freie Hand, gegen diese Milizen vorzugehen. Vajpayee verlangte von Pakistan, den "grenzübergreifenden Terrorismus" in Kaschmir nicht länger zu unterstützen. Zugleich forderte er bilaterale Gespräche. Pakistan und die Moslemmilizen bestehen dagegen auf Dreiergesprächen mit Indien. (APA/dpa)