Bern - Das Bankgeheimnis ist für die Schweizer unverzichtbar und muss "zu 100 Prozent" erhalten bleiben, so der Schweizer Finanzminister Kaspar Villiger am Donnerstag in Bern vor Journalisten. Allerdings sei die Schweiz bereit, mit der Union über eine Zinsertragssteuer für EU-Bürger zu verhandeln. Die EU macht derzeit Druck auf die Schweizer, eine "vergleichbare" Lösung für die Besteuerung von Zinserträgen zu finden, wie sie sich die Union selber verordnet hat. In Reaktion darauf könnte sich die Schweiz vorstellen, eine Quellensteuer von 15 bis 20 Prozent auf Zinserträge von EU-Bürgern einzuheben und diese Einnahmen mit dem Heimatland des Investors zu teilen. Eine Weitergabe von Informationen über die Sparer komme aber nicht in Frage, so Villiger. Die Schweiz sei bereit, bei der Lösung eines Problems der Union mitzuhelfen, so der Schweizer Minister. Sein Land wolle aber das eigene System, das gut funktioniere, nicht ändern. Villiger ließ keinen Zweifel daran, dass seiner Ansicht nach die in der Union vorgesehene gegenseitige Informationspflicht viele Lücken aufweise und das Ziel einer umfassenden Besteuerung von Sparern nur schlecht erreichen könne. In der Schweiz müssen Unternehmen auf die von ihnen ausgegebenen Papiere 35 Prozent der Zinsen einbehalten und abführen. Diese Steuer kann später auf die Einkommensteuer des Sparers angerechnet werden. (APA)