Wien - Zwei Österreicher sollen bei einem russischen Kinderpornoring, dessen Zerschlagung im Herbst vergangenen Jahres europaweit für Aufsehen gesorgt hatte, Kunden gewesen sein. Die Polizei beschlagnahmte Computer, CD und Videokassetten bei zwei Verdächtigen aus Wien und Niederösterreich, gab das Innenministerium heute, Freitag, bekannt. Die beiden Männer sollen per E-Mail Videos in Russland bestellt haben, die Vergewaltigungsszenen von Kindern enthielten. Bei einem der Verdächtigen handelt es sich um einen 21-jährigen Niederösterreicher, der zugibt, ab Jänner 1999 zwölf Mal Kinderpornos aus dem Internet bestellt zu haben. Um bei seinen Eltern nicht aufzufallen, ließ er die Videos an einen alleinstehenden Bekannten liefern. Beschlagnahmungen In den vergangenen Tagen beschlagnahmten Beamte der Internet-Meldestelle des Innenministeriums zwei Computer, mehr als 200 CD, 140 Disketten und 20 Videokassetten in den Wohnungen des verdächtigen Niederösterreichers sowie seines Freundes. Bei einem Verdächtigen aus Wien stellten die Kriminalbeamten einen PC, einen Laptop, 40 Disketten, 19 CD und 19 Videos. Überweisungsbelegen zufolge hat er im September 1999 zwei Mal je eine Videokassette bei dem russischen Kinderpornoring bestellt haben. Der 33-Jährige leugnet. Aufgeflogen war der russische Kinderpornoring Anfang vergangenen Jahres. Die Moskauer Polizei fand damals ein verschlepptes Kind in einer Wohnung von vier Verdächtigen. Gemeinsam mit den italienischen Behörden gelang es den Russen anschließend, in monatelangen Ermittlungen 1.700 Verdächtige auszuforschen. Hinweise auf die beiden Kunden aus Österreich erhielten die Ermittler der Internet-Meldestelle des Innenministeriums über Italien und US-Beamte, die bei der Auswertung der unzähligen sichergestellten Computerdaten halfen. (APA)